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Premierminister Aleksandar Vucic ist Favorit bei der Parlamentswahl. Foto: BR | Stephan Ozsváth

Wahlkampf in Serbien
Kandidaten aus dem Gestern liegen vorne

Es ist nur ein kleines Grüppchen, das den Radikalen Vojislav Seselj in Subotica hören will. Vielleicht 150 Anhänger scharen sich um ihn. Mit Tschetnik-Liedern und „Groß-Serbien“-Parolen wirbt der Krebskranke um Stimmen. Sonst verbrennt er gerne auch mal kroatische Fahnen. In der nordserbischen Regionalmetropole gibt er sich eher moderat. In der Vielvölker-Region Vojvodina kommt radikale Hetze nicht so gut an – Ungarn, Serben, Kroaten und andere Völkerschaften versuchen miteinander auszukommen. Seselj und seine Radikale Serbische Partei liegen  im Moment in der Wählergunst auf Platz Drei, der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gilt als sicher. „Sein Charisma und der Freispruch von Den Haag geben seiner Partei Auftrieb“, sagt der Belgrader Meinungsforscher Vladimir Pejic. Seselj ist gegen die EU, aber für eine Partnerschaft Serbiens mit Russland. Das Kriegsverbrechertribunal hat den ehemaligen Freischärler jüngst freigesprochen – ein höchst umstrittenes Urteil. Bis es zur Berufung kommt, macht Seselj Politik.

Als Favorit geht Premier Vucic in die Wahlen. Der Wahlkampf ist total auf ihn zugeschnitten. Er verspricht, aus Serbien eine Art europäisches China zu machen – ausländische Investoren mit Billiglöhnen anzulocken. Und er will Serbien in die EU führen. Vor wenigen Jahren hat er noch gegen die Auslieferung des Kriegsverbrechers Karadzic nach Den Haag demonstriert, er ist der politische Ziehsohn Seseljs, bis er mit ihm brach. Unter Milosevic war Vucic Informationsminister und knebelte die Presse.

Auf Platz Zwei sind die Sozialisten mit Außenminister Ivica Dacic. Er war zu Zeiten des Autokraten Milosevic Sprecher seiner Partei. Die Anführer der drei stärksten Parteien kommen aus einer dunklen Vergangenheit. Eine Rolle rückwärts also ? „Auf den ersten Blick ja“, meint der Meinungsforscher Pejic, „aber Vuvic 2016 ist nicht der Gleiche wie in den 1990er Jahren“.

Etwa 30 Parteien und Listen treten bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien an.

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Wahlkampf für die Radikalen - Tschetniks in Subotica. Foto: BR | Stephan Ozsváth
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Vucic ist die Botschaft der Fortschrittspartei

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Der Wahlkampf von Premier Vucic ist komplett auf ihn zugeschnitten. Seine Botschaft: "Ich bin der Beste für Serbien." Foto: BR | Stephan Ozsváth
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