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Zusätzliche albanische Polizeikräfte sichern die sogenannte grüne Grenze Albaniens in Richtung Griechenland. Foto: BR | Michael Mandlik

Verschärfte Grenzkontrollen in Albanien
Kampfansage an Schlepper, Drogenschmuggler und Terroristen

Die Fahrgäste des griechischen Busses sind alles andere als amüsiert. Weil albanische Grenzbeamte  am albanisch-griechischen Grenzübergang Kakavia in ihrem Bus ein Gepäckstück voll mit Cannabis entdeckten, mussten sie alle aussteigen. Alle Koffer und Taschen wurden akribisch durchsucht, der Bus beschlagnahmt, der Fahrer verhaftet. Nun stehen sie auf albanischer Seite in der prallen Sonne und wissen nicht, wie es weitergeht. Ein Ersatzbus ist geordert, der sie zurück nach Griechenland bringen soll, heißt es. Erstaunt beobachten sie, wie die albanischen Grenzpolizisten in beiden Richtungen kontrollieren, jedes Fahrzeug filzen – im wahrsten Sinn des Wortes. Fahrgäste müssen aussteigen, Motorhauben werden geöffnet, Kofferräume durchsucht; sogar Türverkleidungen und Armaturabdeckungen werden entfernt. Verdächtige Fahrzeuge werden auf eine Hebebühne gelotst, die Unterböden mit Taschenlampen ausgeleuchtet. Keine Frage – die albanischen Behörden haben angesichts eines möglichen Flüchtlingsandrangs auf ihre Landesgrenzen schon mal vorsorglich den Menschenschleppern und Drogenschmugglern den Kampf angesagt. Technisches „Highlight“ am Grenzübergang Kakavia ist auf albanischer Seite ein hochmoderner Fahrzeugscanner. Selbst die größten LKW können hier in einer riesigen Halle komplett durchleuchtet werden, was auch in großer Zahl geschieht. „Die Zahl der Versuche, Menschen in unser Land zu schmuggeln, ist in kürzester Zeit gegen Null tendiert“, sagt uns der zuständige albanische Polizeioffizier der Grenzstation. „Die Schlepper wissen, dass Albanien inzwischen wesentlich härtere gesetzliche Strafen für Menschenschmuggel vorsieht als Griechenland. Das schreckt ab“. Tatsächlich müssen Schlepper, sofern sie den albanischen Sicherheitsbehörden ins Netz gehen, mit drakonischen Gefängnisstrafen zwischen sieben und 15 Jahren rechnen. Doch der verstärkte Grenzschutz betrifft auf albanischer Seite nicht nur die Grenzübergänge, auch die sogenannte grüne Grenze des Landes zu Griechenland wird längst intensiv überwacht. Hierfür wurden zusätzliche Polizeikräfte aus dem ganzen Land in die teilweise sehr unzugänglichen Grenzregionen abkommandiert. Der Generaldirektor für Grenzschutz und Migration, Genc Merepeza, erklärt uns in Tirana: „Wir werden keinen Grenzzaun errichten, aber wir werden die Grenzen auch nicht öffnen, solange es keine effektive europäische Vereinbarung über die Verteilung von Flüchtlingen gibt“. Albanien will nach Angaben Merepezas mit den verschärften Grenzkontrollen vor allem verhindern, dass sich Terroristen mit gefälschten Personalangaben unter die Flüchtlinge mischen und Albanien als Transitland nach Europa benutzen. „Dazu stehen wir in engem Informationsaustausch mit den Sicherheitskräften Griechenlands, Mazedoniens und Italiens, die Zusammenarbeit funktioniert gut“, so Merepeza. Der verstärkte Fahndungsdruck der albanischen Polizei scheint zumindest bei den Schleppern zu einem Umdenken geführt zu haben. Anstatt von den albanischen Küstenstädten aus versuchen sie nun neuerdings, von der griechischen Küste Flüchtlinge mit Schlauchbooten oder Kähnen nach Italien zu schmuggeln. Erst kürzlich hatten die Polizeien Italiens und Albaniens ein Schlauchboot mit 19 Personen an Bord auf dem Meer aufgebracht. Es kam direkt von der griechischen Küste und war auf dem Weg nach Italien. Die zwei Schlepper wurden festgenommen, ein Grieche und ein Albaner.

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Kommentare (2)

Hans-Josef Radke am

Sehr geehrte Damen und Herren,
ein arbeitssuchender Albaner möchte wiederholt ( ! ) nach Deutschland ohne gültiges
Visum einreisen. Welche Strafen drohen ihm in Albanien ?
Danke für Ihre Antwort !
Freundliche Grüße

    ARD Studio Wien am

    Sehr geehrter Herr Radke,
    bitte wenden Sie sich mit dieser Frage an die zuständigen Behörden in Albanien.
    Wir können Ihnen in diesem Punkt leider nicht weiterhelfen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    ARD Wien Onlineredaktion

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