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Einige Jugendliche versuchen am Grenzzaun die mazedonischen Polizisten zu provozieren. Foto: BR | Schaban Bajrami

Säbelrasseln über Flüchtlingsköpfen
Manöver bei Idomeni

Es war eine Machtdemonstration: Am Mittwoch waren mazedonische Sicherheitskräfte wieder gegen randalierende Migranten am Zaun von Idomeni vorgegangen, hatten Tränengas-Granaten auf die griechische Seite gefeuert. Einen Tag später fand ein unangekündigtes Manöver der Griechen dort statt. Kampfflugzeuge und Helikopter der griechischen Armee flogen mit lautem Getöse über die Köpfe derer, die seit Wochen vor dem Zaun ausharren, und die vor dem Krieg geflohen sind.

 

„Es standen alle draußen“, erzählt eine junge Syrerin, „um zu sehen, was dort los ist“. Wegen der ständigen Tränengas-Belastung ziehen immer mehr Leute weg aus Idomeni, bestätigen Helfer und Migranten. „Das spürst Du noch tagelang“, klagt der 24-jährige Mustafa Al-Hamod aus Aleppo. Seit Wochen sitzt der junge Mann in Idomeni fest. Seine Familie sei jetzt über ganz Europa verstreut, sagt er.

 

Die griechische Polizei meint, neuerdings seien auch Autonome aus ganz Europa bei den Protesten dabei. Sie stachelten die Flüchtlinge auf. Auch die Helfer werden verdächtigt, sie verbreiteten Gerüchte, dass die Grenze bald wieder geöffnet werde. Die deutsche Freiwillige Yvonne Meinders aus Deutschland schüttelt nur den Kopf. „Wir sagen ihnen, dass sich die Grenze nicht mehr öffnet“, sagt die 35-Jährige, „und dass sie ja nichts an der Grenze unternehmen sollen, das ist zu gefährlich“. Sie meint damit das Tränengas und die Gummigeschosse, die die Mazedonier bereits eingesetzt haben. Einige der Migranten hier halten Schilder in die Höhe, auf denen sie den Papst bitten, nach Idomeni zu kommen. Am Wochenende wird er auf der Insel Lesbos erwartet.

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Griechisches Manöver an der Grenze bei Idomeni. Foto: BR | Schaban Bajrami
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