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Muhamed aus Casablanca möchte nach Spanien, wo sich seine Mutter und sein Bruder bereits befinden. Foto: BR | Sasko Golov

Illegale Migranten suchen in Mazedonien nach Schlupflöchern
Auf alten Schmugglerpfaden

Vaksince ist ein kleines Dorf, etwa 1.000 Einwohner hat der Ort an der mazedonisch-serbischen Grenze, hier leben ethnische Albaner. Auf dem alten Schmugglerpfad am Steinbruch oberhalb des Dorfes herrscht Hochbetrieb. Eine Gruppe von 45 Migranten wartet auf die Dunkelheit, um nach Serbien zu gehen. Nur zwei Kilometer sind es bis Miratovac, über den Berg. Der Weg, der jetzt von Müll gesäumt wird, wurde schon früher für Illegales genutzt, als der serbische Autokrat Milosevic noch an der Macht war. Von hier fanden Öl, Benzin und Zigaretten den Weg auf die andere Seite.

 

„Ich will nach Deutschland“, sagt Husnain aus Kabul. Mit dem Güterzug sei er gekommen. Die Griechen hätten ihn da rein gesetzt, für 100 Euro Bakschisch pro Person, erzählt er in schlechtem Englisch. Die anderen aus der Gruppe auch. Es sind vor allem junge Männer, die hier im Schatten der Büsche und Bäume warten, zwischen 20 und 30 Jahre alt sind sie. Obwohl die Balkanroute offiziell dicht ist – jeden Tag schaffen es nach mazedonischen Armee-Angaben bis zu 100 Menschen über die doppelt gesicherte mazedonisch-griechische Grenze bei Gevgelija. Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

 

Manch einer von den Dorfbewohnern in Vaksince macht mit der Flüchtlingskrise  auch ein Geschäft. Allerdings sind dabei schon einige erwischt worden, erzählen die Leute im Ort. „Bis zu 20 haben sie verhaftet“, berichtet ein Mann, „das liegt daran, dass es hier keine Jobs gibt“. Ein anderer macht den mazedonischen Staat dafür verantwortlich. „Die bringen sie doch erst her“, schimpft er. Und ein Dritter wundert sich, dass die Taxifahrer aus Gevgelija die Migranten direkt ins Dorf bringen, „ohne dass sie jemand aufhält“.

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Diese Gruppe aus Sri Lanka legt eine kurze Pause ein bevor es weiter nach Serbien geht. Foto: BR | Sasko Golov
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