Flüchtlingslager in Tabanovce. Foto: BR

Auf EU-Gipfeln kein Thema?
Hängengeblieben auf der Balkanroute

Rund 300 Flüchtlinge saßen fest, im Niemandsland zwischen Mazedonien und Serbien. Schliefen drei Wochen lang auf verschlammtem Boden. Jetzt wurde das improvisierte Feldlager geräumt. Alle wurden in das einen Kilometer entfernte Flüchtlingscamp Tabanovce, in Nordmazedonien, gebracht. Das Camp, ein Containerdorf, ist eigentlich vorgesehen für 500 Menschen, doch jetzt leben hier an die 1.100. Mittlerweile reagieren die mazedonischen Behörden nervös; um das ganze Camp herum wurde ein drei Meter hoher Zaun errichtet. Amer Gesim, 34 Jahre alt, aus Aleppo erzählt uns: „Sie sagen, es ist zu unserem Schutz. Doch was kommt als nächstes? Was ist, wenn es in einer Woche heißt, niemand mehr darf das Camp verlassen.“ Die meisten halten die ständige Ungewissheit nicht aus, weil niemand weiß, wie es für sie weitergehen wird. Asyl beantragen im bitterarmen Mazedonien wollen sie nicht. Und von der EU sind sie enttäuscht. Denn anders als Flüchtlinge in Griechenland oder in der Türkei sind sie, die Hängengebliebenen auf der Balkanroute, auf EU-Gipfeln kein Thema.

Hängengeblieben auf der Balkanroute

Autor: Darko Jakovljevic

Kamera: Dejan Acevski

Schnitt: Christine Dériaz

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