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Prinz Charles und Kronprinz Aleksandar Karadjordjevic im Weißen Schloss in Belgrad. Foto: BR | Kraljevski Dvor

Charles´ Cousin will Karadjordjevic-Besitz in Serbien zurück
Britischer Thronfolger auf Balkan-Reise

Pomp, politischer Small-Talk, Charity-Aktionen, jubelnde Menschen – das sind die üblichen Begleiterscheinungen, wenn der britische Thronfolger reist. So war es auch jetzt. Fünf Tage lang war Prinz Charles mit seiner Frau Camilla auf dem Balkan unterwegs – Kroatien, Serbien, Montenegro, Kosovo waren die Stationen ihrer Rundreise. Auf die Titelseiten der Tageszeitungen schaffen es solche Besuche kaum, denn kritische Worte lässt der Thronfolger standesgemäß – wenn überhaupt – nur hinter verschlossenen Türen fallen.

 

Solche Worte mögen beim Bankett in Belgrad mit Premier Vucic gefallen sein. Der serbische Regierungschef streitet offen mit dem serbischen Thronfolger Prinz Aleksandar, der vom Staat die königlichen Besitztümer zurückfordert. Seit 2001 genießt die Königsfamilie zwar das Wohnrecht im „Weißen Schloss“, dem Sitz ihrer Vorfahren. Allerdings wollen die Karadjordjevics mehr: Sie kämpfen für die Rückerstattung ihres einstigen Eigentums. Das will die serbische Regierung jedoch mit allen Mitteln verhindern und hat den 135 Hektar großen königlichen Komplex jüngst zum Kulturgut erklärt – eine Rückgabe ist damit ausgeschlossen.

 

Nun will Aleksandar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, was den serbischen Premierminister Vucic auf die Palme brachte. „Der Typ sollte erst mal die Stromrechnung in Höhe von 70.000 € begleichen, bevor er Klage gegen sein Land einreicht“, schimpfte der serbische Regierungschef unter Verzicht auf jede Etikette. Den Zeitpunkt für seine Attacke hätte Vucic kaum ungünstiger auswählen können. Denn keine zwei Tage später traf Prinz Charles in Belgrad ein. Er ließ es sich nicht nehmen, seinen Cousin Aleksandar demonstrativ im Weißen Schloss zum Fünf-Uhr-Tee zu besuchen.

Die Häuser Windsor und Karadjordjevic verbindet nicht nur das blaue Blut. Charles und Alexandar sind zusammen zur Schule gegangen. Sie sind gute Freunde. Aleksandars Taufpaten waren der britische König George VI. und dessen älteste Tochter Elizabeth II. – die heutige Queen. Als Hitler-Deutschland am 6. April 1941 Jugoslawien überfiel, hatte Aleksandars Vater und letzter jugoslawischer König Peter II. ins Exil gehen müssen. Nach einigen Zwischenstationen in Athen, Jerusalem und Kairo ließ sich König Peter II. 1943 in England nieder. Im Londoner Exil heiratete er Prinzessin Alexandra von Griechenland (aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg). Am 17. Juli 1945 wurde ihr Sohn Aleksandar geboren. Um das Anrecht auf seine Thronfolge zu wahren, musste er aber auf jugoslawischem Boden geboren sein. Dazu bedurfte es besonderer diplomatischer Akrobatik. Der gewiefte britische Premierminister Sir Winston Churchill half dabei.

 

So erklärte Churchill kurzerhand die Suite 212 im Londoner Claridge Hotel, wo Aleksandar zur Welt kam, zu jugoslawischem Staatsgebiet. Das kommunistische Tito-Regime rächte sich. Die Königsfamilie verlor die Staatsbürgerschaft und alle Besitztümer. Künftig durften die Mitglieder der Familie Karadjordjevic weder nach Serbien zurückkehren noch in serbischer Erde bestattet werden.

 

60 Jahre mussten vergehen, bis der serbische Thronfolger Aleksandar seine Staatsbürgerschaft wieder erhielt – das war im Frühjahr 2001, unmittelbar nach dem Sturz des Autokraten Milosevic. Der Ort der Zeremonie war die Suite 212 im Londoner Claridge Hotel, in der Aleksandar 1945 geboren worden war. „We are going home“, sagte er, nachdem er den Pass vom damaligen serbischen Innenminister bekommen hatte, küsste das Dokument und brach in Tränen aus. Damit hat er die Herzen vieler Serben erobert, meines auch. Aleksandar gilt als Gemütsmensch, und vor allem: er hat keinerlei politische Ambitionen – eine eher seltene Spezies in Serbien. Sein Serbisch allerdings hat sich seit dieser Zeit kaum verbessert. Das letzte Interview vor einigen Tagen führten wir deshalb wieder auf Englisch.

 

Wir sprachen über den Streit zwischen der Familie und dem serbischen Staat. Ob und wie sich Prinz Charles hinter den Kulissen für seinen Cousin eingesetzt hat, wird ein royales Geheimnis bleiben. Nur eins ist klar: Die Restaurierung und Instandhaltung des „Weißen Schlosses“ wird viel Geld verschlingen. Der serbische Staat kümmere sich zu wenig um sein „Kulturgut“, beklagt Aleksandar im ARD-Gespräch. „Wenn sich da nichts ändert, wird das Schloss in einigen Jahren völlig verfallen“, sagt er. „Falls mir aber das Erbe meiner Vorfahren gerichtlich zugesprochen wird, dann wird der königliche Komplex sehr schnell wieder in seiner vollen Pracht erstrahlen“ versichert er.

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Kommentare (2)

königliche familien in vielen ländern wurde eigentum konfisziert,ein gangster delikt,wie in tito diktatorischen yu
da er alles benützt hat.damalige serbische könige haben in ganzen yu viele besitztümer die einfach konfisziert
sind.das muss aless zum eigentümern zurick.

D am

Danke ARD, dass sie helfen diese serbische Geschichte auf der Licht des Tages zu kommen.

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