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Flüchtlinge versuchen Mazedonien abseits der offiziellen Grenzübergänge zu erreichen. Foto: picture alliance | dpa

Flugblätter haben zum Marsch auf die Grenze aufgerufen
Verzweiflung in Mazedonien

Bis zu 2.000 Flüchtlinge waren es, die gestern von Idomeni aus in Richtung mazedonische Grenze marschiert sind. Wie jetzt bekannt wurde, kursierten im Zeltlager Idomeni Flugblätter in arabischer Sprache, die die Meldung verbreiteten, die griechischen Behörden bereiteten eine Abschiebung in die Türkei vor. Gleichzeitig wurden die Leute ermuntert, mit vielen die Grenze zu durchbrechen oder zu umgehen. Wer die Flugblätter in Umlauf gebracht hat, ist noch unklar.

 

UNHCR-Sprecherin Ljubinka Brasnarska empört sich, Falschinformationen führten zu „Tragödien“. Drei Afghanen – zwei Männer und eine Frau – waren im reißenden Grenzfluss Suva Reka ertrunken, der derzeit Hochwasser führt. Und ein Dorfbewohner des Grenzdorfs Moin, wo die Flüchtlinge über den Fluss kamen, ist überzeugt, sie müssten Helfer gehabt haben.

 

Die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks betont im ARD-Interview, um illegale Grenzgänger abzuhalten, müsse es „legale Wege der Zuwanderung“ geben. Nur so könnten Menschen von „Verzweiflungstaten“ wie dem Marsch auf die Grenze abgehalten werden. Österreich und die Balkanstaaten setzen derzeit auf Abschottung – wohl wissend, dass das Schlepperei begünstigt.

 

Etwa 600 Flüchtlinge, die es zunächst bis nach Mazedonien geschafft hatten, waren gestern sofort von Soldaten und Polizisten in Empfang genommen worden. Laut mazedonischer Polizei wurden sie mittlerweile wieder nach Griechenland gebracht. Der UNHCR bestätigte das gegenüber dem ARD-Studio Südosteuropa. „Unsere Kollegen haben einen Teil der Flüchtlinge wieder in Idomeni gesehen“, sagt Ljubinka Brasnarska. ARD-Mitarbeiter vor Ort konnten das mittlerweile auch bestätigen.

 

Auch Journalisten waren vorübergehend festgesetzt worden. Nach Zahlung von 250 Euro Strafe wegen des illegalen Grenzübertritts wurden sie wieder entlassen.

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Die Auswirkungen der europäischen Flüchtlingspolitik an der griechisch-mazedonischen Grenze.
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