Bus nach Athen - nicht jeder Flüchtling kann sich die Fahrt um € 25,-- leisten. Foto: BR | Schaban Bajrami

Flüchtlings-Hin-und-Her an der mazedonischen Grenze
Go and Stop

Es waren vielleicht 2.000, vielleicht auch 3.000, die sich auf den Weg nach Mazedonien gemacht hatten, über den reißenden Grenzfluss Suva Reka. Zu unwirtlich ist das Zeltlager in Idomeni auf der griechischen Seite, wo es seit Tagen regnet, die Menschen im Schlamm vegetieren und krank werden.

 

Und dann tauchte ein Flugblatt auf – keiner weiß, von wem. In arabischer Schrift und mit einem Lageplan forderte es die Flüchtlinge auf, die Grenze zu überschreiten, nicht in kleinen Gruppen, sondern in Massen. Und das taten sie. Drei Afghanen ertranken bei dem Versuch, trotz strenger Bewachung und Zaun nach Mazedonien zu gelangen.

 

Auf der mazedonischen Seite warteten schon Soldaten und Polizei auf die Flüchtlinge. „Sie traten uns, schrien uns an“, beschreibt Omar, was er erlebt hat. Der junge Kurde aus dem Irak musste zurück nach Idomeni, wo er schon zwei Wochen ausgeharrt hatte. Mittlerweile hat er die Hoffnung aufgegeben, dass sich die Grenze noch einmal öffnet. Er nimmt den Bus nach Athen. „Dort werde ich nachdenken, und dann sehen, ob es eine andere Lösung gibt“, sagt er.

 

Hunderte hat die Polizei wieder zurück nach Griechenland geschoben, wie viele es sind, keiner weiß es so genau. Erst hieß es 600, dann 1.500. Nicht einmal das UN-Flüchtlingshilfswerk weiß Bescheid. Nur soviel ist Sprecher Babar Baloch klar: „Wenn die legalen Wege versperrt sind, warten da draußen viele, die die Flüchtlinge ausnutzen wollen“.

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Der mazedonische Grenzschutz wurde nach dem Zwischenfall verstärkt. Foto: BR | Schaban Bajrami
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