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Ungarns Premierminister Viktor Orban auf einer Pressekonferenz in Budapest am 24.02.2016. Foto: picture-alliance/dpa

Weniger Europa in Ungarn
Weniger Europafahnen in Budapest

Stellt  sich der rechtskonservative  Premier Viktor Orban im Budapester Parlament ans  Rednerpult, dekoriert ein Meer an Fahnen seinen Hintergrund. Aber nur  Flaggen in  den ungarischen Landesfarben  rot-weiss-grün reihen sich dicht aneinander. Keine blauen Fahnen der Europäischen Union sind mehr zu sehen, wurden diese  doch aus dem Haus verbannt. Zum Konfrontationskurs  der Orban-Partei Fidesz-MPSZ gegen die EU passt das blau-gelbe Sternenbanner nicht.  Doch  der EU-Quotenverteilungsgegner und Drahtzaunbauer Orban blieb  mit seiner Fahnenpolemik  nicht allein, sondern auch seine polnische Amtskollegin Beata Szydlo erklärte jüngst ihr Machtzentrum zur EU-Flaggen-freien Zone.

Bereits 2014 gab es in Ungarn massive Angriffe auf die EU-Flagge, das Symbol für Einheit und Identität Europas. Damalige Abgeordnete der rechtsradikalen Jobbik-Partei warfen das Sternenbanner  als „Symbol des Kolonialismus” ungestraft aus dem Fenster des Hohen Hauses und deponierten es ebenso kurzum  in der  Parlamentstoilette. Das Bild einer in Budapest brennenden EU-Flagge führte zu scharfer internationaler Kritik an den rechtsextremen Jobbik-Zündlern. Im gleichen Jahr beschloss der Parlamentspräsidenten Laszlo Köver (Fidesz-MPSZ),  dass das Parlament nur noch national beflaggt wird.

Als Ungarn  2004 mit  landesweiten Feiern der EU beitrat, wehten die blauen Fahnen mit den goldenern Sternchen im ganzen Lande. Nähereien arbeiteten im Akkord, um die Banner  rechtzeitig zum grossen Tag zu schneidern.  Heute passt die EU-Flagge nicht mehr zu Orbans  Kampfansage an Brüssel, scheint der ungarische Europageist nur noch in den Fördertöpfen der EU lukrativ.

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Kommentare (1)

Guru am

Pro Euro Fördergeld eine EU-Fahne, jeweils in Polen und in Ungarn! Alles andere wird langsam lächerlich.

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