Die serbische Polizei versucht die 100-150 Menschen zählende Gruppe ohne Gewaltanwendung von ihrem Vorhaben abzubringen und mit Bussen in eines der nahegelegenen Flüchtlingsunterkünfte mit Bussen zu transportieren. Foto: BR | Dejan Stefanovic

Menschen-Ping-Pong
Das Hin- und Her mit Afghanen auf der Balkanroute

Sie sind einfach losgelaufen. Rund 150 Männer, Frauen und Kinder aus Afghanistan wollten zu Fuß nach Kroatien. Doch am serbisch-kroatischen Grenzübergang Batrovci war Schluss. Dort wurden sie zurückgeschickt. Erschöpft rasteten sie an der Autobahn in einem Waldstück. Serbische Polizisten, Flüchtlingshelfer vom UNHCR und der serbische Flüchtlingskommissar Vladimir Cucic überredeten die Flüchtlinge schließlich, in die vier bereitgestellten Busse zu steigen. Sie wurden in serbische Flüchtlingscamps zurückgebracht. Der serbische Flüchtlingskommissar Cucic meinte frustriert zu uns, dass passiere, wenn es keine abgestimmte Flüchtlingspolitik gebe. Vor allem afghanische Flüchtlinge werden von Slowenien und Kroatien nach Serbien abgeschoben. Doch damit nicht genug: Der Balkanstaat Mazedonien hat am Wochenende seine Grenze zu Griechenland für afghanische Flüchtlinge geschlossen. Als Grund wurde angegeben, das auch Serbien seine Grenze zu Mazedonien für Menschen aus Afghanistan dicht gemacht hat. Afghanische Flüchtlinge werden nicht generell als Kriegsflüchtlinge anerkannt. Belgrad dementiert.  Das von Österreich vielzitierte gemeinsame Handeln der Länder an der Balkanroute in der Flüchtlingsfrage ist bisher nur ein frommer Wunsch.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Afghanische Flüchtlinge neben der Autobahn Belgrad-Zagreb, ca. einen Kilometer vom serbisch-kroatischen Grenzübergang Batrovci entfernt. Da Kroatien sie nicht legal mit dem Flüchtlingszug aus Serbien einreisen ließ, versuchten sie es im Alleingang. Foto: BR | Dejan Stefanovic
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.