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Der Autofriedhof in Gevgelija. Foto: BR | Michael Mandlik

Mazedonische Grenze
Der Autofriedhof der Schlepper in Gevgelija

Es ist der hervorragenden Vorarbeit unseres mazedonischen Stringers Ljubisha zu verdanken, dass uns die Polizei am mazedonisch-griechischen Grenzübergang bei Gevgelija schließlich auf einen nahe gelegenen bewaldeten Hügel lotst. Erst dachten wir, wir bekommen nun einen erhöhten Blick auf die Grenzlandschaft mit dem neuen verstärkten Zaun geboten, um auch das zu filmen; eine Gelegenheit, die uns als Reporter allein schon sehr gefreut hat. Oben angekommen aber finden wir uns in einem Areal mit sehr speziellem Beweismaterial wieder – eine Art Autofriedhof mit Fahrzeugen, in denen Schlepper versucht hatten, Menschen über den offiziellen Autobahn-Grenzübergang von Griechenland nach Mazedonien zu schmuggeln. Ganz schön dreist oder vielleicht besser gesagt dumm von den Schleppern; schließlich sollten alle längst wissen, dass die mazedonischen Grenzschützer inzwischen sehr akribisch kontrollieren, wer oder was da eigentlich ins Land kommen möchte – noch dazu auf dem „offiziellen“ Autobahn- Grenzübergang zwischen den Städten Idomeni in Griechenland und Gevgelija in Mazedonien .

Unterstützt werden sie dabei von Polizisten aus derzeit sechs Ländern (Tschechien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Serbien), eine Art internationale Amtshilfe; und wohl schon demnächst werden österreichische Polizisten und vielleicht sogar auch Soldaten hinzukommen. Jedenfalls hatte dies der österreichische Außenminister Sebastian Kurz bei seinen jüngsten Gesprächen mit seinem mazedonischen Amtskollegen Nikola Poposki in Skopje ins Gespräch gebracht.

 

Dass der Autofriedhof der Schlepper so verdeckt von öffentlichen Blicken auf einem eher schwer zugänglichen Hügel angelegt wurde, das hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen soll das Ganze nicht wie ein Selbstbedienungsladen wirken – für andere Schlepper etwa, die sich hier vielleicht bei Nacht und Dunkelheit mit automobilem Nachschub versorgen könnten. Deshalb auch hat die mazedonische Polizei sämtliche Fahrzeuge zur Sicherheit komplett unbrauchbar gemacht. Autoreifen kaputt, Scheiben zerschlagen, Karosserie- und Motorteile entfernt. Die Wracks dienen also bestenfalls zur längerfristigen Beweisführung, bevor sie endgültig verschrottet werden können. Außerdem ist das gesamte Areal zusätzlich bewacht; denn gleich angrenzend befindet sich eine polizeiliche mobile Video-Überwachungsanlage, mit der von einem erhöhten Standort aus rund um die Uhr das umliegende Grenzgebiet mit dem nun verstärkten doppelten Grenzzaun kontrolliert werden kann.

Damit wird uns auch klar, warum die Polizei uns das Areal gezeigt hat. Veröffentlichte Bilder wie diese sollen wohl demonstrieren, dass es spätestens ab jetzt sehr eng geworden ist für Schmuggler und Menschenschlepper an der griechisch-mazedonischen Grenze.

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Impressionen aus dem mazedonisch-griechischen Grenzgebiet

Kamera: Dejan Acevski

Schnitt: Roland Buzzi

Mit der Erweiterung des Grenzzauns bei Gevgelija, wird es für das örtliche Schlepperwesen eng. Die mazedonische Polizei wird bei der Grenzsicherung von Polizeikräften aus sechs weiteren Ländern unterst

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