Mücke im IAEA-Labor in Seibersdorf bei Wien. Foto: picture-alliance/dpa

Radioaktivität gegen Zika-Virus
Familienplanung für Insekten

Das Labor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) liegt etwa 40 Kilometer südlich von Wien, in Seibersdorf. Hinein kommt man nur nach Sicherheitscheck. Auch im Labor zur Bekämpfung von Insektenplagen selbst viele Schleusen. Was die 45 Forscher hier seit mehr als 50 Jahren- gemeinsam mit der UN-Agrarorganisation tun, könnte im Kampf gegen das Zika-Virus hilfreich sein. Sie haben eine Methode entwickelt, die SIT (Steril Insect Technology). Dabei werden Insekten gezüchtet, die männlichen Tiere herausgefiltert und sterilisiert und dann wieder in die Welt gebracht. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Die sterilen Männchen paaren sich mit wilden Weibchen – es ist aber ein Insekten-Sex ohne Folgen. „Was wir machen, ist eine Art Familienplanung“, erklärt Mikrobiologe Konstantinos Bourtzis.

Nur, wie unterscheidet man eine männliche von einer weiblichen Mücke ? Die IAEA-Forscher  arbeiten dazu mit zwei Methoden: Sie sortieren per Wasserscheide nach Größe der Larven. Oder sie füttern die Mücken mit präpariertem Blut vom Schlachthof. Da nur die Weibchen Blut saugen, zieht es sie zum Blut. Sie sterben. Auf die überlebenden Männchen wartet eine ordentliche Dosis Radioaktivität.

Eine Forschungsgruppe beschäftigt sich auch mit Drohnen. Denn sie sind das Mittel der Wahl, um sterilisierte Mücken wieder in der freien Wildbahn auszusetzen. „Die Petrischalen mit Tausenden Mücken wiegen nicht viel“, erklärt Laborleiter Marc Vreysen. Und Drohnen sind billig, das ist wichtig beim Einsatz in Entwicklungsländern.

Die Sterilisierungs-Methode hat sich in Freiland-Versuchen bereits bewährt. Die Insel Sansibar etwa ist seit 20 Jahren frei von der Schlafkrankheit. Die Tsetse-Fliege wurde dort ausgerottet.

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Durch Bestrahlung sollen die männlichen Tiere unfruchtbar gemacht werden. Foto: BR | Stephan Ozsváth
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