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7. Dezember 2015

Ölschmuggel im Auftrag des IS? – Interview mit Nahostexpertin Karin Kneissl vor der OPEC Jahrestagung in Wien

Es waren die bisher schwersten Vorwürfe Putins gegen Ankara: Am Montag vergangener Woche warf der russische Staatschef der türkischen Führung vor, den russischen Kampfjet abgeschossen zu haben, um Ölexporte aus vom IS kontrollierten Gebieten in Syrien in die Türkei zu sichern. Russland habe Informationen darüber, dass Öl aus Gebieten unter IS-Kontrolle in Syrien „in gewerblichem Maß in die Türkei transportiert wird“.  Putin bekräftigte dann am Donnerstag erneut den Vorwurf der Zusammenarbeit mit „Terroristen“ und warf der türkischen Elite vor, „sich die Taschen zu füllen“, indem sie sich am illegalen Ölhandel der IS-Jihadisten beteilige.

Erdogan erklärte, er sei zum Rücktritt bereit, sollten sich Angaben über Ölgeschäfte der Türkei mit dem IS bewahrheiten und bezichtigte seinerseits Russland, selbst in den Ölhandel mit dem IS verwickelt zu sein. Fakt ist, dass der IS fast alle großen Ölfelder in Syrien kontrolliert. Aus westlichen Diplomatenkreisen heißt es: „Wir wissen nicht, in welchen Mengen oder über welche Firmen, aber es ist klar, dass der IS einen Teil seines Öls an die Türkei verkauft.“

Die österreichische Nahostexpertin Dr. Karin Kneissl nimmt vor der OPEC Jahrestagung in Wien in einem Interview Stellung zu den Vorwürfen.

Interview: Till Rüger | Kamera: Alex Goldgraber | Schnitt: Günter Stöger

Kommentare (1)

Bineder Reinhard am

Ich lese erst seit kurzem ihre Berichte, sehr aufschlussreich, aber auch beängstigend. Aber es erscheint für mich logisch, bei all den Krisen die noch immer präsent sind wie Banken, Wirtschafts, Flüchtlingskrise zudem die hohe Zahl der Arbeitslosen. Das alles ist ja nicht mehr finanzierbar, stehen wir in irgendeiner Form vor einem Bürgerkrieg?
Denke wer arbeitslos und Hunger hat, der denkt doch nicht mehr klar, vor allem es gibt auch kein heraus, aus dieser Misere. Ich lebe nun nicht in Angst, derzeit, aber es beschäftigt mich doch fast täglich. Vor allem habe ich ständigen alltäglichen Kontakt mit Menschen, deren Gehabe nicht unbedingt in
Notsituationen erstrebenswert sein dürfte.
Mit was für Auswirkungen, ohne alles schwarz zu sehen, sollte man rechnen. Die rosa Brille finde ich derzeit nicht.
LG
Reinhard Bineder

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