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27. November 2015

Nihats neues Leben in Finnland

„Ich bin etwas aufgeregt“, sagt Kameramann Alex, der sonst in jeder Krisensituation wie ein Fels in der Brandung ist. Und ich war froh, das von ihm zu hören. Weil es mir genauso ging. Im Stillen hatte ich mich schon den ganzen Weg von Wien über Helsinki ins westfinnische Provinzstädtchen Pietarsaari gewundert, dass ich nervös war. Dies war doch ein leichter Einsatz: Dreh eines Familienbesuchs. Allerdings bei einer Familie, von der wir bisher nur einen Sohn kennengelernt hatten: Nihat, 14 Jahre alt, Kurde aus der syrischen Stadt Kobane. Ein paar Tage und Nächte im September vor dem Budapester Ostbahnhof, als dort Tausende Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen auf ihre Weiterreise hofften, war Nihat irgendwie zu einem ARD-Teammitglied geworden.

Wir haben darüber hier, auf dem Studio Wien Blog, und in den ARD-Tagesthemen berichtet.

Zwei Monate später haben wir Nihat und seine Familie in Finnland besucht. Wir trafen einen Jungen, der überglücklich ist, dass er endlich wieder zur Schule gehen kann. Der aber auch niemals vergessen wird, welche Hölle er in Syrien erlebt hat.

http://youtu.be/hxEkPV9QcMo

Beitrag: Susanne Glass | Kamera: Alex Goldgraber/Markus Grohs | Schnitt: Günter Stöger

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