Archiv
11. Oktober 2015

„Ich will wieder nach Deutschland“ – ein abgeschobener Albaner erzählt

https://soundcloud.com/ard_studio_wien/ich-habe-hier-keine-chance-ein-abgeschobener-albaner-erzahlt-autor-stephan-ozsvath/s-qDO25

Hyrmet Shehu im Interview. Foto: BR | Astrit Ibro

Er war in der falschen Partei, deshalb hat er seinen Job verloren, erzählt Hyrmet Shehu. Der 32-Jährige stammt aus einem Dorf bei Kukes im Nordosten Albaniens. Im Frühjahr brach er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Deutschland auf. Im Bus, mit einem neun-monatigen Mädchen, das immer weinte. Die Stationen: Skopje, München, Frankfurt, Düsseldorf. Im Erstaufnahme-Lager lebte die Familie mit Syrern zusammen. Die seien sehr nett gewesen, erzählt der junge Familienvater, hätten seinem sechs-jährigen Sohn Schokolade geschenkt. Aber ansonsten: Küche immer dreckig, ständiger Lärm, der die Kinder nicht schlafen ließ, die Toilette als einziger Rückzugsort.

Nach viereinhalb Monaten wurde die albanische Kleinfamilie wieder abgeschoben. „Eine Katastrophe“, sagt Hyrmet, von Beruf Schmied. Er muss jetzt mit 30 Euro Sozialhilfe im Monat auskommen. „Ich würde es wieder versuchen“, sagt er, „aber allein“. In Albanien habe er keine Chance.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.