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22. September 2015

Kinderbilder gemalt auf der Flucht

Ihre Bilder zeigen vor allem Häuser, Boote und Flaggen. Im hintersten Eck des Wiener Hauptbahnhofes sitzen sie still an drei kleinen Tischen, völlig versunken in bunten Farben. Pädagoginnen betreuen die Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren, die einen Moment der Ruhe im wilden Trubel ihrer Flucht gefunden haben.

Manche malen Häuser mit vielen Bäumen, dort habe ich gewohnt erzählt ein Mädchen unserem Übersetzer auf Syrisch, jetzt ist nichts mehr davon da. Andere pinseln Boote und Schiffe aufs Papier.  Die Überfahrt von der Türkei zu den griechischen Inseln in kleinen Schlauchbooten war für viele die schlimmste Erfahrung ihres jungen Lebens, erklärt mir ein Vater der seinen Sohn hierher begleitet hat. Mehrfach wären sie dabei fast gekentert und ertrunken.

Nur einer malt fast nur in grau und ohne Farbe: Sein Bild zeigt ein weinendes Auge.

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