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29. Juli 2015

Brückenspringer – die Schwalben von Mostar

https://youtu.be/w2xdQ9gk5zM

Manchmal sind Wunsch und Wille größer als der Mut! Das mussten am Sonntag zwei junge Männer in Mostar feststellen, als sie von der „Alten Brücke“ in die Tiefe schauten und der Fluss Neretva 20 Meter unter ihnen nur noch wie eine Wasserlache schien. Beklommen entschieden sie sich dafür, wieder runter zu klettern, statt von der weltberühmten Brücke zu springen. So blieben dieses Jahr nur noch 51 „mutige Kerle“, die sich  von dem 20 Meter hohen steinernen Bogen in die Tiefe stürzten.

Die Tradition in der bosnisch-herzegowinischen Stadt Mostar, von der „Alten Brücke“ (Stari Most) zu springen, ist genauso alt wie die Brücke selbst: 449 Jahre. Solange schon beweisen die Männer von Mostar hier ihren Mut und ihre Liebe zu dem Symbol ihrer Stadt.

Die Brücke ist vor 10 Jahren  in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen worden. Und im kommenden Jahr will das Ministerium für zivile Angelegenheiten Bosniens und Herzegowinas beantragen,  dass auch das Brückenspringen selbst zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wird.

Zum Kulturerbe der Stadt Mostar gehören die Brückenspringer schon längst, besonders diejenigen, die die „Schwalbe“ springen.  „Schwalbe“ oder „lasta“ auf Bosnisch ist ein Kopfsprung, bei dem der Körper einen leichten Bogen nach oben macht und die Arme etwas seitlich ausgestreckt sind – wie Flügel.  Wem das richtig  gelingt, der wirkt wie eine Schwalbe, die von der Brücke hochfliegt und dann ins Wasser stürzt.

Die beste  „Schwalbe von Mostar“ war  am Sonntag Lorens Listo. Zum neunten Mal hat er schon gewonnen, doch vom Rekord ist er noch weit entfernt. Bester Brückenspringer aller Zeiten ist der heute 80-jährige Emir Balic. Mehr als 1.000 Mal ist er von der Brücke gesprungen (zuletzt im Alter von 61 Jahren). 13 mal hat er gewonnen. Ein Rekord, der bis heute unschlagbar zu sein scheint.

Mitarbeit: Eldina Jasarevic

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