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6. Mai 2015

Jodeln im Selbstversuch

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Und so war es auch mit dem Jodel-Kurs im Gesäuse, einer wunderschönen Gegend in der Steiermark. Meine Frau hatte mir den Kurs zum Geburtstag geschenkt. Ich gebe zu: Ich war zunächst etwas skeptisch. Denn Jodeln verband ich immer mit muffiger Volkstümelei – total Retro also.
Es kam anders. Aufwärmübungen zum Lockern. Das kannte ich schon aus Berlin, als ich noch in einem Balkan-Chor gesungen habe. Und dann: Jodeln, ein ganzes Wochenende lang. Stimmbänder lockern – mit Gymnastik und reichlich Stamperln.
Anstrengend ist es – die Stimme muss zwangsläufig kippen, von Brust- auf Kopfstimme, anders sind die Höhen nicht zu bewältigen. Und es geht definitiv nur, wenn die Stimmbänder locker sind. Dann geht Jodeln quasi von selbst. Das kann man üben – einfach einen stotternden Motor imitieren. Das macht gute Laune.

https://youtu.be/zK7gNDbTkOY

Doch Hand aufs Herz – nach einem Wochenende geht einem Jodeln ähnlich auf die Nerven wie Dudelsack-Konzerte. Aber ein kleiner Jodler zwischendurch geht immer – auch im anderen Musik-Gewand. Schließlich hat auch Hank Williams Country-Musik mit sinnfreien Juchzern bereichert.
Ein „Jodel-Zertifikat“ bescheinigt mir nun das erfolgreiche Artikulieren der Silben. Und damit ich meine neu erworbenen Kenntnisse nicht gleich wieder verlerne, hat meine Frau noch Übungsfibeln gekauft. Hausübungen für den Jodel-Schüler.

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