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21. April 2015

Haut abziehen, Körper formen. Präparatoren-Ausbildung in Wien

Wenn Viktoria Niemann ihr Handwerk lernt, muss sie ihr „Übungsobjekt“ erst in Salzwasser auftauen. Dann zieht sie ihm die Haut ab, formt einen Körper und bemalt Glasaugen. Die Berlinerin macht in Wien die Ausbildung zur Präparatorin, an der einzigen Berufsschule für Tierpräparatoren im deutschsprachigen Raum. Was vielen eklig erscheint, findet die 21- Jährige „interessant“.

Tierpräparatoren bezeichnen ihre Arbeit inzwischen nicht mehr als „ausstopfen“. Sie ziehen die Haut ab, um sie später über einen Körper aus Schaumstoff zu stülpen. Das Präparat soll so echt wie möglich aussehen. Ausbilder Robert Illek vom Naturhistorischen Museum in Wien sagt: „Die Lehrlinge sollten viel handwerkliches Geschick mitbringen. Und einen guten Magen.“

Vom 21. bis 25. April trifft sich der Verband Deutscher Präparatoren zu seiner Jahrestagung in Wien. Außerdem läuft noch bis Oktober 2015 eine Sonderausstellung zum Thema „Die präparierte Welt“ im Naturhistorischen Museum Wien.

Christine Memminger, Wien

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