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17. April 2015

Hilfsorganisationen kritisieren Zustände in bulgarischen Flüchtlingsheimen

Der Krieg treibt die Menschen aus Syrien und dem Irak weg. Zuflucht suchen die Vertriebenen in Europa. Türkische Schlepper bringen sie über die Grenze nach Bulgarien – auch wenn dort mit EU-Hilfe ein Zaun gebaut wird. Europa schottet sich ab. Wenn es die Flüchtlinge doch bis Bulgarien schaffen, landen sie in Flüchtlingsheimen, die jeder Beschreibung spotten: Sie sind überfüllt. Die Regierung hat den Flüchtlingen jetzt das Taschengeld gestrichen, Begründung: Sie würden ja verpflegt. Und die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl behauptet jetzt – gestützt auf Berichte von Flüchtlingen in Deutschland – auch gefoltert werde in den Flüchtlingslagern. Erst vor zwei Wochen haben Asylsuchende in Sofia gegen die Zustände in den Lagern protestiert.

Pro Asyl fordert jetzt: Angesichts der Situation in den Lagern und Heimen dürften die Flüchtlinge nicht nach Bulgarien abgeschoben werden – so sehen es die EU-Regeln nach dem Dublin-Abkommen vor. Das Erstaufnahme-Land müsste sie wieder aufnehmen, auch wenn die Hilfesuchenden mittlerweile in Deutschland gelandet sind. Bulgarische Politiker fordern jetzt: Die Regeln müssten geändert werden, kleine Länder wie Bulgarien seien überfordert. Auch mehr Finanzmittel seien nötig.

 

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