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16. April 2015

Kriegsende 1945 in Österreich – kritisches Gedenken auf dem Heldenplatz

Lange umstrittener Gedenkort für gefallene Soldaten: die Krypta als neu gestalteter Ausstellungsort. Foto: BR | Jan Heier

Mehr als 20.000 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter werden in Todesmärschen Richtung KZ Mauthausen getrieben. Wehrmachtsdeserteure werden an Laternenpfählen erhängt. Alliierte Bomberpiloten, die nach dem Abschuss ihrer Flugzeuge per Fallschirm landen, werden durch Ortschaften getrieben, gesteinigt, erschlagen. Es sind Verbrechen wie diese kurz vor Kriegsende 1945, die die Ausstellung „41 Tage – Verdichtung der Gewalt“ auf dem Wiener Heldenplatz dokumentiert. Heute wird die Ausstellung vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer eröffnet. Der Heldenplatz ist ein belasteter Ort: hier hat Adolf Hitler unter dem Jubel eines großen Teils der Bevölkerung 1938 den „Anschluss“ verkündet. Dennoch wurde nach 1945 Jahrzehnte lang das Bild von Österreich als erstem „Opfer“ des Nationalsozialismus gepflegt. Auch mit Blick auf die Zeit vom 29. März 1945, als die Rote Armee im Burgenland die Grenze überschritt, bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945. Berichte von Zeitzeugen betonten stets das Leiden der österreichischen Bevölkerung durch alliierte Bombenangriffe und Übergriffe der Roten Armee. Die Ausstellung „41 Tage“ richtet den Blick dagegen auf die grausamen Verbrechen durch Waffen-SS, aber auch die ganz normale Bevölkerung, etwa 14-17jährige fanatisierte Burschen der Hitlerjugend.

 

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