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28. März 2015

Ungarn: Der Fußballzwerg soll mehr wollen

Die 50er Jahre haben im ungarischen Kollektiv-Bewusstsein Heldengeschichten hinterlassen. Da sind zum einen die jungen Helden, die während des Aufstandes 1956 mit Molotow-Cocktails sowjetischen Panzern gegenüber traten. Tragische Helden, denn der Aufstand endete mit einer Niederlage und jahrzehntelanger Ostblock-Zwangsgemeinschaft.
Vor allem aber erinnern sich die Ungarn gerne an die Zeit der „Goldenen Elf“ – der Fußball-Mannschaft um Puskás, Hidegkúty und Co. Keiner der Spieler lebt noch, der letzte starb im vergangenen Jahr. Aber die Erinnerung an sie lebt weiter. Und Ungarns Premier Viktor Orbán – selbst aktiver Kicker – will an die güldenen Zeiten anknüpfen. Und dafür gibt die Regierung sehr viel Geld aus.

Victor Orban ist selbst aktiver Kicker und will an die goldenen 50er Jahre anknüpfen. Foto: picture alliance/dpa
Victor Orban ist selbst aktiver Kicker und will an die goldenen 50er Jahre anknüpfen. Foto: picture alliance/dpa

Bis 2020 wird fast eine Milliarde Euro in neue Stadien, Renovierungsarbeiten und Fußball-Vereine investiert – neben Orbáns Wochenend-Datsche steht jetzt ein Stadion für 3.500 Besucher – doppelt so viele, wie das Dorf Felcsút Einwohner hat. Die Ferenc-Puskás-Akademie soll – nach dem Madrider Modell – den Nachwuchs fördern. Nationaltrainer ist Hertha-Coach Pál Dardai. Er soll die ungarischen Kicker wieder auf Weltniveau bringen. Denn in der FIFA-Weltrangliste dümpeln die Magyaren derzeit auf Platz 46.

Blogeintrag (16.04.14) zur Eröffnung des Stadions in Felcsut.

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