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26. März 2015

20 Jahre Schengen-Abkommen – Beispiel Ungarn


Keine Grenzkontrollen mehr, völlige Bewegungsfreiheit – das ist der europäische Traum, der dem Schengen-Abkommen zu Grunde liegt. Die Kehrseite der Medaille: Abschottung gegenüber Flüchtlingen, Festung Europa.
In Ungarn verläuft derzeit die EU-Außengrenze, hier endet der Schengen-Raum: Denn das mitteleuropäische Land grenzt an die Ukraine (weder EU, noch Schengen), an Rumänien (EU-Mitglied, aber noch nicht Schengen), Kroatien (EU-Mitglied, aber nicht Schengen), Slowenien (EU und Schengen), Slowakei (EU und Schengen), Österreich ( EU und Schengen), Serbien ( weder EU, noch Schengen).

Anfang des Jahres rückte vor allem die serbisch-ungarische Grenze in den Focus: Tausende Kosovaren kamen so in die EU, auf der Suche nach einem besseren Leben. Schleuser und korrupte Polizisten halfen. Ungarn war dabei nur Transitland. Die meisten wollten weiter nach Deutschland oder Österreich.
Ungarn ist dem Flüchtlingsdruck kaum gewachsen. Das UN-Flüchtlingskommissariat kritisiert die mangelnden Standards, etwa bei der Unterbringung der Ankömmlinge. Die Regierung fährt einen radikalen Kurs, will Flüchtlinge aus einem anderen Kulturkreis am liebsten gar nicht aufnehmen – illegal Einwandernde, so die Pläne, sollen in Untersuchungshaft genommen werden, „um sie zu kontrollieren“.

 

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