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12. März 2015

Abhörskandal erschüttert Mazedonien – Opposition fordert Rücktritt der Regierung

Seit Wochen erschüttert ein Abhörskandal Mazedonien. Mehr als 20.000 Mazedonier sollen im Auftrag der konservativen Regierung Gruevski abgehört worden sein: Journalisten, Oppositionelle, Bürgerrechtler, Richter, Staatsanwälte, sogar ausländische Diplomaten. Die oppositionellen Sozialdemokraten präsentieren Mitschnitte von Telefonaten: Darin geht es um Wahlbetrug, da werden Urteile besprochen, oder die Ernennung von Richtern und Staatsanwälten. „Wir fordern den Rücktritt der Regierung“, sagt Oppositionsführer Zoran Zaev. Die Regierung ging zum Gegenangriff über. Zaev musste seinen Pass abgeben, Oppositionelle wurden verhaftet, die Regierung beschuldigte die Opposition, einen Staatsstreich mit Hilfe ausländischer Geheimdienste zu planen. Politische Beobachter sehen den Abhörskandal nur als einen Ausdruck für den zunehmend autokratischen Kurs der Regierung Gruevski. Der hänge mit dem Verharren im EU-Wartezimmer zusammen, meint der Publizist Stole Naumov. Seit zehn Jahren ist Mazedonien EU-Beitrittskandidat, Griechenland blockiert die weitere Annäherung. „Wenn die Beitrittsgespräche endlich beginnen, ist das gut für die Demokratie und unser Land“, meint der Publizist. Zum Abhörskandal meint er: „Die Regierung wurde mit heruntergelassenen Hosen erwischt und ist nun in Erklärungsnot“. Seine Empfehlung: Neustart-Knopf drücken.

Kommentare (1)

Makedonier am

Der Artikel birgt erhebliche Mängel in sich, verhaftet wurden keine Oppositionelle sondern Mitarbeiter des ehemaligen Geheimdienstchefs Verusevski. Es schon skandalös das hier solche Aussagen getroffen werden! Zudem, bis jetzt ist noch nicht bewiesen wer abgehört hat – auch fehlt jeglicher Beweis das 20.000 abgehört worden sein sollen, bis jetzt haben wir nur (illegal) abgehörte Gespräche der Regierungsführung gehört…das sollte zu denken geben!

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