Archiv
6. März 2015

Kosovo-Rückkehrer: abgeschoben, pleite, hoffnungslos

https://soundcloud.com/ard_studio_wien/kosovo-ruckkehrer-abgeschoben-pleite-hoffnungslos-beitrag-ralf-borchard

Faton Latifi hat Ende Januar alles zurückgelassen und ist mit Frau und zwei Kindern im Alter von 4 und 7 per Bus Richtung serbisch-ungarische Grenze. Grund: Perspektivlosigkeit im Kosovo. Ziel: Deutschland. Hoffnung: Arbeit und ein besseres Leben. Die Latifis trafen auf kriminelle Schlepper, marschierten sechs Stunden zu Fuß durch den Wald nach Ungarn, wurden in ein Aufnahmelager gesperrt, kamen frei, saßen schon im Zug nach München, dann Festnahme und Abschiebung – mit einem der ersten Rückführungs-Flüge seit Beginn der jüngsten Flüchtlingswelle. Nun sitzt Faton wieder in Prishtina, hat 1.500 Euro verloren, sein vierjähriger Sohn ist traumatisiert, von der Regierung kommt keinerlei Hilfe, die Job-Aussichten liegen weiter bei Null. Eine Geschichte der Hoffnungslosigkeit, die tausende andere Kosovaren ähnlich erleben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.