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14. Februar 2015

Abhör-Skandal erschüttert Mazedonien

Mehr als 20.000 Bürgerinnen und Bürger jahrelang illegal abgehört? Darunter Minister, Oppositionelle, Journalisten, Unternehmer, Polizisten? Es sind massive Vorwürfe, die der sozialdemokratische Oppositionschef Zoran Zaev gegen den national-konservativen Regierungschef Nikola Gruevski und seinen Geheimdienstchef Saso Mijalkov erhebt. Dass die veröffentlichten Mitschnitte abgehörter Telefonate allesamt gefälscht sind, halten unabhängige Beobachter in Mazedonien für unwahrscheinlich. Dass Gruevski seit Jahren das Land zunehmend autoritär regiert, Presse und Justiz mit harter Hand unter Kontrolle hält, ist ebenso unbestritten wie die politische Ideenlosigkeit der Opposition. Doch der Abhör-Skandal bringt Gruevski unter Druck wie noch nie, das zeigt sich schon daran, dass er seit Monaten demonstrierenden gesellschaftlichen Gruppen plötzlich politische Zugeständnisse macht. Der „ewige EU-Beitrittskandidat“ Mazedonien – offiziell hat das Land diesen Status seit 2005 – entfernt sich immer weiter von europäischen Werten. Namensstreit mit Griechenland, wieder wachsende innerethnische Spannungen, wütend demonstrierende Studenten, und jetzt auch noch der Abhör-Skandal – Mazedonien ist ein warnendes Beispiel, wohin der Westbalkan driften kann, wenn die EU-Perspektive ausbleibt.

Kommentare (4)

bitola am

Europa soll diese regierende Schweine fragen wie kommt mann auf Millionen von kapital in sine von teure Autos Wohnungen Ferienhäuser und dicke Konten in ausland inert ein par Jahren mit einen lohn von 1000-2000 Euro in Monat.

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Kommentar redaktionell auf Grund der Kommentarrichtlinien gekürzt.

mila am

die verdrängungdmechanismen sind schon frappierend. warum echauffiert ihr euch nicht über den abhörskandal der von der nsu flächendeckend in deutschland betrieben wird, das wird mal schnell unter den teppich gekehrt.aber dann mit zweierlei maß messen wenn es mal wieder um einen balkanstaat geht.ja,ja diese barbaren dort…

Makedonier am

Autoritär ist nur der Schreibstil des Blogs, dass ist ersichtlich aus anderen Beiträgen Makedonien betreffend

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