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3. Februar 2015

Urteil im Völkermord-Prozess Kroatien – Serbien

Knapp 20 Jahre nach dem Ende des Krieges zwischen Kroatien und Serbien hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ein Urteil über die gegenseitigen Klagen der beiden Balkan-Länder gefällt. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Truppen beider Länder zwar Verbrechen begangen hätten – ein planmäßiges Vorgehen mit dem Ziel Völkermord zu verüben sei den Ländern allerdings nicht nachzuweisen.

Im Bürgerkrieg (1991 bis 1995) hatten Serben Kroaten vertrieben, geplündert und ermordet. Und während der Rückeroberung der serbisch besetzten Gebiete (Operation „Oluja“ – Sturm) verübten Kroaten Kriegsverbrechen an Serben: Massenvertreibungen, Vergewaltigungen, Morde. Das Schicksal mehrerer Tausend Vermisster ist bis heute unklar.

Kroatien und Serbien hatten wechselseitig eine Einstufung der Kriegsverbrechen an ihren Volksgruppen als Völkermord verlangt und auf Entschädigung geklagt.

Im letzten Jahr hatte das Verfahren in Den Haag begonnen. Und da ging es nur mehr ums Prinzip. Beide Seiten hatten schon damals über einen Rückzug nachgedacht. Aber keine Seite hatte den ersten Schritt zurück machen wollen. Und so wurden die wechselseitigen Klagen in Den Haag bis zum Ende durchgefochten.

Aus den Statements offizieller Vertreter auf beiden Seiten im Vorfeld des Urteils klang bereits vor allem eins durch: Die Hoffnung, dass der Prozess in Den Haag die Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht mehr belasten möge.

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