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27. Januar 2015

Trepca-Mine: Gewaltsame Proteste im Kosovo

Stephan Ozsvath berichtet

Etwa 2000 Regierungsgegner haben heute in Prishtina, der Hauptstadt des Kosovo protestiert. Sie warfen Steine und Flaschen auf die Polizei. Die schoss mit Wasserwerfern zurück, Tränengas-Granaten flogen in die Menge. Die Protestierer werfen der Kosovo-Regierung vor, zu nachsichtig gegenüber Serbien zu sein. Bereits am vergangenen Wochenende war es zu Massendemonstrationen und Streiks von Bergarbeitern gekommen.
Es geht bei dem Streit um die Minen von Trepca im Norden des Kosovo. Serbien und Kosovo streiten darum, wem das Bergbau-Unternehmen gehört, das wichtige Rohstoffe fördert. Unter dem Dach einer internationalen Privatisierungsagentur wird das Unternehmen von Serbien und dem Kosovo bislang gemeinsam verwaltet. Die Regierung von Kosovo-Premier Isa Mustafa hatte Trepca verstaatlichen wollen. Serbien erhebt aber ebenfalls Anspruch auf Trepca und drohte mit einer Verschlechterung des Dialogs mit Prishtina.
Serbien fürchtet um die Arbeitsplätze. Denn 4000 Menschen – die meisten Serben im Norden des Kosovo – ernährt das Bergbau-Unternehmen. Seit dem Mittelalter werden Metalle wie Silber, Gold und Zinn im Kosovo abgebaut. Trepca war mit 20.000 Arbeitnehmern einer der größten Arbeitgeber Jugoslawiens.

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