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16. Januar 2015

Bosnien-Herzegowina: Land in der Zwangsjacke

Ein Beitrag von Karla Engelhard

Der jüngste EU-Fortschrittsbericht zu Bosnien-Herzegowina ist der schlechteste seit es überhaupt Fortschrittsberichte über die ehemalige jugoslawische Republik gibt. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 70 Prozent, der Staat steht vor dem Bankrott, trotz oder wegen der höchsten Beamtendichte Europas. Investitionen aus dem Ausland bleiben aus. Das Land hat nur knapp 4 Millionen Einwohnern und ist so groß wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammengenommen, es ist eigentlich überschaubar. Das Abkommen von Dayton brachte vor 20 Jahren zwar den Frieden, aber der darin von der internationalen Gemeinschaft festgeschriebene politische Proporz zwischen muslimischen Bosniaken, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten bremst die Entwicklung im Land. Ein britisch-deutscher Plan soll Bosnien-Herzegowina den Weg in die EU ebnen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein britischer Amtskolleg Philip Hammond besuchen am Freitag die bosnische Hauptstadt Sarajevo.

 

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