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14. Dezember 2014

Bosnien: In der Altstadt von Sarajevo lebt das osmanische Erbe

Über das osmanische Juwel, mitten in Europa, berichtet Stephan Ozsváth

Überall hört man das Hämmern der Kupferschmiede, von weitem ruft der Muezzin zum Gebet. Aus den Kebap-Brätereien dringt der Geruch gebratener Cevapcici, Bureks werden feilgeboten. Wer fein ziselierten Silberschmuck sucht, wird in der Bascarsija fündig. Oder Aladin-Sandalen. Die Kupferschmiede fertigen die traditionellen Kaffee-Services, auf denen der bosnische Mokka gereicht wird. Den Grundstoff gibt es bei Dibek, dort zerkleinert Kenan Durakovic mit einem Stößel die Bohnen in einem Steinmörser. „Der Stößel wiegt so um die sieben Kilo“, sagt der junge Bosnier und stampft die Bohnen zu Pulver. „In einer Mühle verliert der Kaffee an Aroma“, erklärt er. Denn die Mühle erwärme das Pulver beim Mahlen. „So bleibt das Aroma erhalten“, sagt er und zerkleinert weitere Bohnen. Und zum guten bosnischen Kaffee gehört einfach Rahat Lokum – kleine süße Gelee-Würfel, mal in Puderzucker, mal in Sesamkörnern gewälzt. „Ich mag keinen Kaffee mit Würfelzucker“, sagt die 70-jährige Zineta Becirovic, „nur mit Rahat Lokum“.

 

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