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27. November 2014

Wien: Ölpreis als Waffe

Stephan Ozsváth berichtet

Wien: Abdalla Salem El Badri, der Generalsekretär der OPEC, gab das Ergebnis der heutigen Konferenz bekannt: Die Fördermenge bleibt gleich - Foto: picture alliance / dpa
Wien: Abdalla Salem El Badri, der Generalsekretär der OPEC, gab das Ergebnis der heutigen Konferenz bekannt: Die Fördermenge bleibt gleich – Foto: picture alliance / dpa

Die OPEC wird die Ölförderung nicht reduzieren. Darauf haben sich die Energie-Minister der 12 OPEC-Mitglieder heute bei ihrem Treffen in Wien geeinigt. Das bestätigte OPEC-Generalsekretär Abdalla Salem El Badri nach dem fünfstündigen Treffen. „Am Ende haben wir entschieden, im kommenden Halbjahr an einer Förderung von 30 Millionen Fass Rohöl pro Tag festzuhalten“. Man wolle abwarten, wie der Markt reagiert. Die OPEC geht davon aus, dass die Nachfrage nach Öl im zweiten Halbjahr 2015 steigen wird. Derzeit ist sie schwach.

Seit Sommer ist der Ölpreis um 30 Prozent gesunken, am Tag der OPEC-Konferenz fiel er auf ein neues Vierjahres-Tief und lag – je nach Sorte um 60 Euro pro Fass. Der iranische Ölminister Bijan Zanganeh zitierte Analysten, „die glauben, dass diese Situation dazu führen wird, einige ineffiziente Produzenten vom Markt zu fegen. Und danach würde sich der Preis stabilisieren und die Lage verbessern.“ Vor allem OPEC-Länder wie der Iran hatten vor dem Treffen darauf gedrungen, die Förderquoten zu senken. Die Golfstaaten – allen voran Saudi-Arabien – hatten dies abgelehnt. Der Iran leidet unter dem niedrigen Ölpreis – denn er unterliegt auch Sanktionen wegen seines Atomprogramms. Aber auch Nicht-OPEC-Staaten wie Russland macht der niedrige Ölpreis zu schaffen. Nach Schätzungen verursacht das billige Öl in Russland einen Schaden von gut 80 Milliarden Euro, fast dreimal soviel wie die Sanktionen wegen der Ukraine-Krise. Der Wiener Ölexperte Johannes Benigni glaubt deshalb, dass die Russen ihre Förderung reduzieren werden.

Von der gleichbleibenden OPEC- Förderquote profitieren insbesondere die Saudis. Der Iran wird klein gehalten. Und die Russen auch, die fast soviel Öl produzieren wie die Saudis. Mit dem Festhalten an der Förderquote bringt die OPEC aber auch einen weiteren Konkurrenten in Bedrängnis: Die Amerikaner haben zuletzt viel Schieferöl auf den Markt gebracht, müssen deshalb weniger Öl einkaufen. An der OPEC-Förderquote festzuhalten, sei eine Antwort auf diese Konkurrenz, so OPEC Generalsekretär El Badri. Durch den niedrigen Ölpreis wird Fracking zunehmend unrentabel. Insgesamt liefern die 12 Mitgliedstaaten der OPEC mehr als ein Drittel des weltweiten Öls.

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