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21. November 2014

Österreich: „Orchestrierte Vertreibung“ – Ein neues Buch über die Wiener Philharmoniker während und nach dem Nationalsozialismus

Über die Aufarbeitung berichtet Karla Engelhard

Vor den berühmten Neujahrskonzerten holt die Wiener Philharmoniker fast regelmäßig ihre unrühmliche NS-Vergangenheit ein. Seit 2013 versucht das Staatsorchester in die Offensive zu gehen und öffnete u.a. sein Archiv. Erstmals wurden Tonbandmitschnitte von Hauptversammlungen der Philharmoniker zwischen 1945 und 1959 ausgewertet. Die Historiker Bernadette Mayrhofer und Fritz Trümpi werfen ein neues Licht auf das Traditionsorchester und dessen Umgang mit seinen „unerwünschten“ Mitgliedern. 29 Musiker mussten den Klangkörper nach dem Anschluss 1938 verlassen. Sie wurden verfolgt, ermordet oder vertrieben. Nach 1945 kehrte kein einziger der vertriebenen Philharmoniker ins Orchester zurück. Nach dem Lesen dieses neuen Sachbuches weiß man warum.

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