Archiv
4. November 2014

Albanien: Naturpark Prespa-Ohrid – Naturparadies im Werden

Stephan Ozsváth hat den Naturpark Prespa-Ohrid besucht

Naturpark Prespa-Ohrid: Blick über den Prespa See - Foto: BR | Stephan Ozsváth
Naturpark Prespa-Ohrid: Blick über den Prespa See – Foto: BR | Stephan Ozsváth

27.000 Hektar groß ist der Naturpark Prespa-Ohrid allein in Albanien. Er ist Teil des 8.500 Kilometer langen „Grünen Bandes“, das entlang des ehemaligen Ost-West-Grenzstreifens durch 24 europäische Länder verläuft. „Mittlerweile kommen die Bären, Wölfe und Luchse wieder“, erzählt Timaq Lako von der Naturparkverwaltung. Die Gegend im Dreiländereck Griechenland, Mazedonien und Albanien gehört zu den artenreichsten der Region. „Mehr als ein Drittel der albanischen Fauna findet sich hier“, sagt der Forstexperte stolz. Etwa 130 Vogelarten brüten hier, unter ihnen der vom Aussterben bedrohte Krauskopf-Pelikan. Auch im See gibt es acht Fischarten, die nur im Prespa-See vorkommen. „Das ist ein großer Reichtum“, so der Naturschützer Lako.

Den gilt es zu bewahren und auszubauen. Dafür hat unter anderem die Kreditanstalt für Wiederaufbau Geld gegeben. Anderthalb Dutzend Ranger passen zum Beispiel auf, dass kein Feuerholz illegal geschlagen wird. „Viele Familien nutzen immer noch Feuerholz und Äste und Blätter der Eichen, um sie an das Vieh zu verfüttern“, sagt Forstexperte Lako. Aufgabe der Naturschützer ist, die Menschen in den kleinen Dörfern am See für eine bessere Wärmedämmung und energie-effizientere Öfen zu sensibilisieren. Das ist auch in anderer Hinsicht sinnvoll: Denn nur in intakten Wäldern finden Wildtiere Nahrung und bleiben oben in den Bergen. Holz darf nur auf ausgewiesenen Flächen geschlagen werden, auch die Fischerei ist begrenzt. Ein großes Problem im Naturpark ist immer noch der Müll. Plastikflaschen und Milchtüten liegen hinter den Bauernhäusern und schwimmen am Ufer.

Naturpark Prespa-Ohrid: Müll ist noch immer ein großes Problem - Foto: BR | Stephan Ozsváth
Naturpark Prespa-Ohrid: Müll ist noch immer ein großes Problem – Foto: BR | Stephan Ozsváth

Größtes Öko-Problem ist die Versandung des Kleinen Prespa-Sees. Schlickablagerungen und Verschilfung des Ufers drohen den See versanden zu lassen. „Das würde den Fischern die Lebensgrundlage entziehen und wäre eine Umweltkatastrophe“, so Pirro Icka von der Universität Korca. Für das Ausbaggern und Abholzen des Uferschilfs wären Millionen nötig. Die fehlen aber bislang. Anlieger Petro Dumo wünscht sich, dass die regionalen Produkte künftig unter einem Label „Prespa“ angeboten werden. „Bisher verkaufen wir unseren Bergtee, Pilze und Heilkräuter nur privat“, sagt der Albaner. All das ist Zukunftsmusik, soll aber kommen, verspricht Naturschützer Lako.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.