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30. Oktober 2014

Ungarn enteignet ausländische Bauern

Seit Mai ist in Ungarn das sogenannte „Bodengesetz“ in Kraft. Es entzieht Ausländern das Nutzungsrecht für Agrarland, das sie zur Bewirtschaftung rechtmäßig auf Zeit erworben haben. Zwischen 1994 und 2002 hatten vor allem Österreicher und Deutsche Nutzungsverträge für Ackerflächen – im sogenannten „Nießbrauch“ – mit Laufzeiten von bis zu 99 Jahren abgeschlossen, ganz legal. Das neue Bodengesetz vom 1. Mai dieses Jahres annulliert die Verträge rückwirkend – und entschädigungslos. Die bezahlten Gelder sind verloren. In dieser Woche gab es zu Ungarns Bodengesetz kritische Nachfragen im Europaparlament. Der ungarische Regierungschef Viktor Orban zeigt sich bislang aber wenig beeindruckt, ihm bringt das Bodengesetz weitere Popularität bei der ungarischen Bevölkerung.

Bericht: Till Rüger | Kamera: Alex Goldgraber; Valentin Platzgummer | Schnitt: Christine Deriaz

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