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29. September 2014

„Fico“ – die YU Nostalgie-Ikone

“Fico” (gesprochen: Fitscho, auf deutsch: Fiatchen) wird von Skopje bis Ljubljana liebevoll der einst in Jugoslawien gebaute Fiat 600 genannt. Er ist wohl eines der beliebtesten Artefakte der gemeinsamen jugoslawischen Zeit. Es ist auf jeden Fall etwas, was mir immer ein Lächeln entlocken kann. Es ist das erste Auto, an das ich mich überhaupt erinnern kann. Es war das erste Auto meines Vaters und das erste Auto das ich – natürlich unter Aufsicht meines Vaters – als zehnjähriger Junge fahren durfte. Der Fico hat Generationen durch den jugoslawischen Alltag begleitet.

Heute sieht man ihn nur noch selten auf der Straße, aber in Belgrad vor dem Museum „Jugoslawiens“ treffen sich immer wieder Enthusiasten des „Balkan Cinquecento“. Im Museum selbst wird die Geschichte des Kultautos dokumentiert.

Der Fico wurde als Volksauto vom jugoslawischen (später serbischen) Autohersteller Zastava in Kragujevac von 1955 – 1985 als Lizenznachbau des Fiat 600 produziert. In diesen 30 Jahren kamen exakt 923.487 Fico vom Band auf die Straße.
Der Fico fand trotz seiner geringen Größe (L/B/H 3295, 1378, 1405) und Kraft (16 – 23 KW) eine breite Anwendung: vom Familienauto, aufgemotzten Flitzer, Transporter bis hin zum Ambulanz- und Polizeiauto.

Wie beliebt der Fico heute immer noch ist, zeigt auch eine Initiative von Fico-Fans, die die Stadtverwaltung von Kragujevac aufgefordert hat, ein Fico-Denkmal zu errichten. Die Behörden sagten zu und wenn sie ihr Versprechen einhalten, dann wird wohl am 18. Oktober nächsten Jahres (zum 60. Jahrestag des Produktionsanfangs und zum 30. Jahrestag der Produktionseinstellung) der Fico sein erstes Denkmal erhalten.

Mitarbeit: Zoran Ikonic

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