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15. September 2014

Serbien: Gefährliches Pflaster für Homosexuelle

Deutscher Schwulenrechtsaktivist in Belgrad lebensgefährlich verletzt – Ein Audiobeitrag von Ralf Borchard

Immer wieder kommt es in Serbien zu gewaltsamen Übergriffen gegen Homosexuelle. Foto: Picture-alliance/dpa
Immer wieder kommt es in Serbien zu gewaltsamen Übergriffen gegen Homosexuelle. Foto: Picture-alliance/dpa

Homosexuelle in Serbien haben es schwer. Denn nicht nur Neonazis mobilisieren gegen Schwule und Lesben. Auch die serbisch-orthodoxe Kirche führt einen Moral-Feldzug gegen die Homosexuellen. 2010 mischten Rechtsextreme die erste Belgrader Gay Pride-Parade auf, es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Etwa 150 Menschen wurden damals verletzt.

In den Folgejahren verbot die Regierung in Belgrad dann die Paraden lieber gleich ganz – aus Sicherheitsgründen. Im letzten Jahr fand sie immerhin statt – allerdings mitten in der Nacht, und nur mit etwa hundert Teilnehmern. In zwei Wochen sollte in Belgrad wieder die Regenbogenfahne wehen. Ob die Parade diesmal stattfindet, ist allerdings fraglich.

Denn am Wochenende wurde ein deutscher Homosexuellen-Aktivist, der an einer Konferenz über Homosexuellen-Rechte teilgenommen hatte, krankenhausreif geschlagen und musste wegen seiner schweren Verletzungen (Hirnblutungen) notoperiert werden. Der Hintergrund des Angriffs ist noch unklar. Wurde der 27-jährige Deutsche angegriffen, weil er Ausländer war, oder schwul oder aus beiden Gründen?

Die Regierung will jetzt die Sicherheitslage bewerten, und dann entscheiden, ob die Parade am 28. September stattfinden kann.

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