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11. September 2014

Mirò-Ausstellung in der Wiener Albertina

Miro in der Wiener Albertina – Ein Audiobeitrag von Mira Barthelmann

Seit Wochen werben Plakate im Wiener Stadtgebiet für die anstehende Mirò-Ausstellung in der Albertina. Nach gefühlten 50-100 Mirò-Ausstellungen in den letzten Jahren nun also wieder Mirò. Diesmal in Wien. Ist es denn überhaupt noch möglich diesem allgegenwärtigen Künstler etwas Eigenes, etwas Neues abzugewinnen? Es ist! Pressevertreter durften heute (die Ausstellung öffnet für das Publikum morgen, Freitag, den 12.09.2014) einen ersten Blick auf die Schau werfen. Und ja, sie ist umwerfend!

Der Titel „Von der Erde zum Himmel“ klingt beim ersten Hinhören vielleicht banal, doch er ist treffsicher gewählt: Gemeint sind die Wurzeln von Miròs Herkunft (Erde) und seinem Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit (Himmel). Mirò malt in jungen Jahren den Hof seiner Eltern („Der Bauernhof“, 1921/1922). Das Ölgemälde, es ist gespickt mit katalanischer Volkskunst, mit primitiven, ja sogar naiven Merkmalen. Und doch tritt der Katalane in diesem Werk schon als Surrealist mit einer kubistischen Formensprache deutlich hervor. Das Bild war damals übrigens ein Ladenhüter. Erst Jahre später „erbarmt“ sich ein Käufer – es ist Ernest Hemingway. 45 Jahre später erschafft Mirò „Das Gold des Azurs“ – das Titelbild dieser Ausstellung. Mirò hatte die Sonnenauf- und -untergänge der Impressionisten von seiner Jugend an gründlich satt. Er beschränkt sich im Alter immer mehr auf das „Blindzeichnen“ – formt aus den Linien erst in einem zweiten Schritt etwas mehr oder weniger Gegenständliches. Mirò malt zwar auch Sonnen, Sterne, Leitern. Aber: „Mirò ist nicht einfach! Mirò ist schwierig!“ Das sagte jedenfalls sein Enkel heute vor der versammelten internationalen Presse.

Juan Miro erinnert sich noch sehr gut an die schöne Zeit mit seinem Großvater:

Wien und Mirò – es ist eine Symbiose zwischen einer der bedeutendsten Kunst- und Kulturmetropolen der Welt und einem Garant für hohe Besucherzahlen. Aber es eben auch eine Symbiose zwischen der Hauptstadt der Psychoanalyse und einem Künstler, der sich damit zeitlebens in seinen Werken intensiv auseinander gesetzt hat. Mirò in Wien ist definitiv eine Reise wert – eine Reise „Von der Erde zum Himmel“.

Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, zum Konzept der Ausstellung:

Beitrag: Mira Barthelmann

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