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24. August 2014

Ausländische Medien in Ungarn kämpfen mit neuer Werbesteuer

Die RTL-Fernsehtochter in Ungarn (RTL-Club) ist wegen einer umstrittenen neuen Steuer kaum mehr profitabel. Die von der Regierung Orban gezielt eingeführte Steuer von bis zu 40 Prozent auf Werbeeinnahmen stößt innerhalb und außerhalb des Landes auf Protest.

Ungarische Zeitungen erschienen mit leeren Titelseiten, Fernsehsender stellten kurzzeitig ihr Programm ein. Der Verband der Werbeindustrie befürchtet den Ruin vieler Medienunternehmen. RTL-Ungarn muss eine Abschreibung von 88 Mio. Euro vornehmen. Vorstandschef Guillaume de Posch schloss einen Rückzug aus Ungarn dennoch aus. „Wir haben null Absichten, das Land zu verlassen“, betonte de Posch im Reuters-Interview. „RTL ist tief in Ungarn verwurzelt und wird dies auch bleiben.“

Stattdessen sagte der Konzernchef dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban den Kampf an, dessen Werbesteuer RTL als größten Sender des Landes besonders trifft: „Wir haben eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, um ein Verfahren gegen Ungarn anzustoßen.“ Ungarn hat sich mit einer restriktiven Banken- und Medienpolitik bereits mehrfach Kritik der Europäischen Union und ausländischer Unternehmen eingehandelt.

ARD Korrespondentin Susanne Glass führte dazu eine Gespräch mit Andreas Rudas, dem stellvertretenden Geschäftsführer der RTL Group. Andreas Rudas bezieht erstmals klar Position gegen die zunehmende Gängelung ausländischer Medien unter der Regierung Orban.

http://youtu.be/9oMqSTMjtdQ

Beitrag: Susanne Glass | Kamera: Alex Goldgraber | Schnitt: Christine Deriaz

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