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18. August 2014

Urlaub daheim: Ferien in der Holzklasse – Wenn die Ungarn baden gehen?

Sommerhitze, Lust auf Schwimmen und Sonnenbaden am Strand – aber leider Pleite? Für solche Fälle haben die Ungarn eine einfache Lösung. Wer nur ein beschränktes Budget hat und sich die Reise zum beliebten Balaton-See und die teuren Übernachtungen dort nicht leisten kann, der fährt einfach Richtung Baggersee, denn Sommerurlaub ohne Baden ist für echte Ungarn kein richtiger Sommerurlaub.


In Komitat Pest, in der Region rund um Ungarns Hauptstadt Budapest, gibt es fast 40 Baggerseen. Einige sind mit Schilf bewachsen, andere haben Sandstrände. Doch leider darf man meist nur die Füße ins klare, kalte Wasser stecken: Es gilt für fast alle Baggerseen ein offizielles Schwimmverbot. Nur neun davon sind als Badeseen ausgewiesen. Die Begründung der Behörden: es sei zu gefährlich. Weil die Baggerseen Unterwasser oft steil abfallen, bereits nah am Ufer mehre Meter tief sind und das Wasser sehr kalt ist. Wer mit aufgeheiztem Körper hineinspringt, dem droht ein Muskelkrampf, ein Hitzeschock oder gar ein Herzinfarkt.


Aber die Einheimischen kümmern sich kaum um das Badeverbot. An Wochenenden, wenn der Asphalt in der Innenstadt von Budapest zu schmelzen droht und die Straßenbahnschienen sich verbiegen, drängen sich die Einheimischen dicht an dicht an all diese Seen. Es gibt extra Zonen für FKK oder Badende mit Hund. Essen und Getränke im Urlaubsidyll bringen die sonnenhungrigen Ungarn in Kühltaschen mit, doch die Polizei kontrolliert die Schmimmverbote inzwischen scharf: Zwischen 15 und 500 Euro muss derjenige zahlen, der illegal im Wasser erwischt wird. Ein Katz und Maus Spiel…

Mitarbeit: Attila Poth

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