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15. August 2014

Süd-Ost-Sound aus Serbien: “BalkanBrass” – Das Trompeten Woodstock

Jedes Jahr im August verwandelt sich das kleine Dörfchen Guca – 160 Kilometer südlich von Belgrad – mitten in der serbischen Provinz in das Woodstock der Blasmusik, genauer gesagt des „BalkanBrass“. In den 5 Tagen des Trompetenfestivals ziehen über Hundert Blas-Bands, mit ihren schnellen Rhythmen oder schmerzvoll-leidenschaftlichen Melodien, eine halbe Millionen Menschen in ihren Bann.

Serbien: Trompetenfestival in Guca - das Honorar vom Publikum wird entweder auf die schweißnasse Stirn des Musikers geklebt oder in das Instrument gesteckt - Foto:  picture-alliance / dpa
Serbien: Trompetenfestival in Guca – das Honorar vom Publikum wird entweder auf die schweißnasse Stirn des Musikers geklebt oder in das Instrument gesteckt – Foto: picture-alliance / dpa

Dabei geht es wild zu auf den Gassen Gucas. An allen Ecken ist laute Blasmusik zu hören. Bis zu 50 Bands spielen manchmal zeitgleich in dem 3000-Seelen Ort auf. Sie blasen in nur einigen Metern Abstand um Gunst und Geld des feuchtfröhlichen Publikums, denn sie werden von den Gästen bezahlt. Wer einer Band einige Zeit zuhören möchte, muss – nach Balkanart – die Geldscheine entweder auf die schweißnasse Stirn des Musikers kleben oder in das Instrument stecken.

Daneben gibt es auch einen offiziellen Trompeten-Wettbewerb mit hunderten Konzerten. Im Finale treten die besten Orchester vor einer Jury im Dorfstadion auf, und kämpfen um die „Goldene Trompete“, eine  Auszeichnung, die neben Ehre und Ruhm, auch sichere Aufträge bedeutet. Das Fest ist für viele Musiker der Höhepunkt im Jahr, denn im Publikum sitzen auch viele Manager und Konzertveranstalter, die anschießend die besten Gruppen unter Vertrag nehmen.

Präsentiert von: Zoran Ikonic

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