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22. Juli 2014

Besatzungsdenkmal in Ungarn mit Übersetzungsfehler

Stephan Ozsvath zum Streit um das Budapester Besatzungsdenkmal:

Seit Wochen wird gegen das Besatzungsdenkmal demonstriert. Foto: BR | Attila Poth
Seit Wochen wird gegen das Besatzungsdenkmal demonstriert. Foto: BR | Attila Poth

Das umstrittene Besatzungsdenkmal auf dem Budapester Freiheitsplatz steht. Nach monatelangen Protesten ist es am Wochenende in einer Nacht und Nebelaktion aufgestellt worden. Polizeieinheiten riegelten den Platz weiträumig ab, Zäune sicherten die Bauarbeiten.

Das monumentale Denkmal soll an die deutsche Besatzung Ungarns 1944 erinnern. Es sendet aber eine umstrittene Botschaft: Ungarn, von Erzengel Gabriel verkörpert, wird als Opfer eines angreifenden deutschen Reichsadlers dargestellt. Kritiker sehen darin eine Geschichtsfälschung und den Versuch der rechtskonservativen Regierung Orban, Ungarn als Opfer der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg darzustellen und gleichzeitig die Mitverantwortung Ungarns am Holocaust auszublenden.

Die hebräische Übersetzung der Inschrift ist unglücklich geraten. Foto: BR | Attila Poth
Die hebräische Übersetzung der Inschrift ist unglücklich geraten. Foto: BR | Attila Poth

Doch damit nicht genug: Ausgerechnet die hebräische Inschrift auf einer Säule des Denkmals ist sowohl grammatikalisch als auch stilistisch unglücklich geraten. „Zum Gedenken an die Opfer“ – ist dort auf Englisch, Deutsch, Russisch und Hebräisch eingraviert. Der hebräische Text wirkt aber so, als sei er von einem Übersetzungscomputer erstellt worden. Wörtlich übersetzt steht da: „Die Opfer Gedenken zum“. Vertreter der jüdischen Gemeinde in Budapest kritisierten auch die Wortwahl. Das hier für Opfer verwendete hebräische Wort „Korban“ könne auch als „Tieropfer“ verstanden werden.

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