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11. Juli 2014

Gedenken in Srebrenica – warum die Trauer nie endet

Visoko - Eine Frau betet vor dem LKW mit den Särgen für Srebrenica - Foto: BR | Eldina Jasarevic
Visoko – Eine Frau betet vor dem LKW mit den Särgen für Srebrenica – Foto: BR | Eldina Jasarevic

„Srebrenica – warum die Trauer nie endet“ – Ein Audio-Beitrag von Ralf Borchard

 

Am 19. Jahrestag des Massakers im ostbosnischen Srebrenica werden heute 175 Opfer beigesetzt, deren sterbliche Überreste erst in jüngster Zeit gefunden und identifiziert wurden. Der Mord an etwa 8.000 muslimischen Männern und Jungen gilt als das schlimmste Massaker nach dem Zweiten Weltkrieg. Bosnisch-serbische Truppen hatten die damalige UN-Schutzzone Srebrenica am 11. Juli 1995 eingenommen und männliche muslimische Bewohner vor den Augen niederländischer UN-Blauhelme von ihren Familien getrennt, um sie in der Umgebung von Srebrenica zu ermorden. Mehr als 6.000 Opfer wurden inzwischen in Potocari bei Srebrenica beigesetzt, nach den Überresten weiterer Opfer wird immer noch gesucht. „Ich habe mehr als 30 Verwandte begraben lassen. Ich kann nicht mehr…, sagt die 65jährige Hamida Hukic. „Aber ich kämpfe, um weiterzuleben, damit ich für sie auf dem Friedhof beten kann. Was soll ich sonst tun?“ Hasmir Muratovic, der in diesem Jahr seinen Vater zu Grabe trägt, sagt: „Es fällt schwer, dass es Menschen gibt, die wahrscheinlich nie gefunden werden. Und es fällt mir schwer, zu akzeptieren, dass man Srebrenica langsam, von Jahr zu Jahr immer etwas mehr, vergisst.“

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