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4. Juli 2014

Ausschreitungen in Skopje

Tausende junge Angehörige der albanischen Volksgruppe haben sich nach dem Freitagsgebet in der mazedonischen Hauptstadt Skopje Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil. Sechs Albaner waren am Dienstag zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Sie sollen vor zwei Jahren fünf slawische Mazedonier ermordet haben.

 

Sowohl die Tatwaffen als auch die Motive für die Tat waren auch nach der Urteilsverkündung unbekannt geblieben. Eine albanische Nichtregierungsorganisation hatte das Urteil deshalb kritisiert; in sozialen Netzwerken war zum Protest aufgerufen worden. 

Mit Parolen wie „Wir sind keine Terroristen, wir wollen Gerechtigkeit“ marschierten die Demonstranten aus dem mehrheitlich von Albanern bewohnten Stadtviertel Cair in Richtung Stadtzentrum. Mit Tränengas hinderte die Polizei die Demonstranten, die Steine auf das Gerichtsgebäude warfen, daran, weiter zum Regierungsgebäude vorzudringen.

 Ein Viertel der Einwohner Mazedoniens sind ethnische Albaner. Das Urteil hat das Verhältnis zur mazedonischen Mehrheitsbevölkerung noch angespannter gemacht. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen.

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