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27. Juni 2014

Der Eiserne Vorhang fiel vor 25 Jahren: Ein PR-Trick, der Geschichte schrieb

Vor 25 Jahren Horn und Mock zerschneiden den Eisernen Vorhang:

Ein symbolischer Akt: Der ungarische Außenminister Gyula Horn (r) und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock (l) durchtrennen am 27. Juni 1989 ein Stück des «Eisernen Vorhangs» zwischen Ungarn und Österreich bei Klingenbach. Foto: picture alliance/dpa
Ein symbolischer Akt: Der ungarische Außenminister Gyula Horn (r) und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock (l) durchtrennen am 27. Juni 1989 ein Stück des «Eisernen Vorhangs» zwischen Ungarn und Österreich bei Klingenbach. Foto: picture alliance/dpa

Das Bild ging um die Welt: Die Außenminister Ungarns und Österreichs, Gyula Horn und Alois Mock, zerschneiden den Eisernen Vorhang. Es dauert ein wenig, sie sind keine geübten Handwerker. Aber der PR-Auftritt sitzt. Die Weltöffentlichkeit schaut mit angehaltenem Atem auf die beiden Politiker, die Weltgeschichte schreiben. Tausende DDR-Bürger reisen in der Folge nach Ungarn, sie hoffen auf eine Gelegenheit, den Eisernen Vorhang hinter sich zu lassen.

Der Auftritt Horns und Mocks war eine PR-Aktion, die Idee hatten die Österreicher. Das Eigentliche, der Abbau der Grenzanlagen war schon längst geschehen. Bereits am 2. Mai 1989 hatten ungarische Grenzsoldaten die Drähte gekappt. „Wir mussten 200 Meter Eisernen Vorhang wieder aufbauen“, erinnert sich der damalige Ministerpräsident Ungarns, Miklós Németh, im ARD-Interview, „um ihn direkt nach dem Treffen wieder abzubauen“.

Beitrag: Till Rüger Kamera: Alex Goldgraber Schnitt: Roland Buzzi

http://youtu.be/Ej-uo_XRlUs?hd=1

Der ehemalige Premierminister Miklos Nemeth. Foto: picture alliance/dpa
Der ehemalige Premierminister Miklos Nemeth. Foto: picture alliance/dpa

Die Szene am Grenzzaun ist Teil einer Strategie der ungarischen Reformer um Németh. Sie wollen gegenüber Moskau testen, wie weit sie gehen können, denn damals stehen noch russische Truppen im Land. Der erste Schritt ist der Abbau der Grenzanlagen, es folgen das „Paneuropäische Picknick“ im August 1989, das etwa 600 DDR-Bürger zur Flucht nutzen. Im September öffnet Ungarn dann die Grenze endgültig. Tausende DDR-Bürger lassen den Eisernen Vorhang hinter sich. Nur wenig später fällt auch in Deutschland die Mauer.

Etwa 600 DDR-Bürger nutzten ein paneuropäisches Picknick an der ungarisch-österreichischen Grenze, bei dem ein Grenztor symbolisch geöffnet wurde, zur Flucht in den Westen. Foto: picture alliance/dpa
Etwa 600 DDR-Bürger nutzten ein paneuropäisches Picknick an der ungarisch-österreichischen Grenze, bei dem ein Grenztor symbolisch geöffnet wurde, zur Flucht in den Westen. Foto: picture alliance/dpa

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