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19. Juni 2014

„Hallo Dienstmann“ – vor 50 Jahren starb Hans Moser

Der Nuschler vom Dienst, ein Beitrag von Karla Engelhard:

Der Bühnen- und Filmschauspieler Hans Moser, der durch Dialektrollen in Filmkomödien ("Hallo Dienstmann", "Ober, zahlen") bekannt wurde, war einer der beliebtesten österreichischen Volksschauspieler. Foto: dpa - Bildfunk
Der Bühnen- und Filmschauspieler Hans Moser, der durch Dialektrollen in Filmkomödien („Hallo Dienstmann“, „Ober, zahlen“) bekannt wurde, war einer der beliebtesten österreichischen Volksschauspieler.
Foto: dpa – Bildfunk

Eine Büste im Wiener 13. Bezirk (Hietzing) steht im Park, der nach ihm benannt ist. Zeit seines Lebens begeisterte Hans Moser als kleinbürgerlicher, grantelnder und dennoch liebenswerter Volkschauspieler. Er definierte lange, was „typisch“ Wien ist. Zum Lachen brachte er sein Publikum in Theater und Kino durch seine schusselige Körpersprache und seine unverwechselbare Sprechweise, das Nuscheln in Fistelton-Höhe. Aus der Not hatte er eine Tugend gemacht, denn mit einem Meter 57 Körpergröße war er für Rollen als schmachtender Liebhaber schlicht nicht geeignet. Seinen Künstlernamen „Moser“ übernahm der am 6. August 1880 in Wien als Johannes Julier Geborene von seinem Sprechlehrer, dem Hofschauspieler Josef Moser.

Bereits im ersten Weltkrieg, an der Isonzo-Front, entdeckte er sein Talent fürs Komische. Bei der Einheit der „Deutschmeister“, einem kaiserlichen Infanterie-Regiment, brachte er die Kameraden zum Lachen. Nach seinen ersten Theaterengagements feierte ihn die „Neue Freie Presse“ als jüngsten und letzten Hanswurst Wiens.

Während der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sich Moser, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen.

Das Ehrengrab von Hans Moser (1880-1964) und seiner Ehefrau Blanca auf dem Wiener Zentralfriedhof. Foto: dpa - Report | Beate Schleep
Das Ehrengrab von Hans Moser (1880-1964) und seiner Ehefrau Blanca auf dem Wiener Zentralfriedhof. Foto: dpa – Report | Beate Schleep

In einem persönlichen Brief an Hitler bat er um Schutz für seine Frau. Sie verbrachte die Kriegszeit in einem Budapester Hotel – und überlebte, während Moser als Schauspieler seine Karriere weiter betrieb. Kritiker warfen ihm deshalb Mitläufertum vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bewohnten die Mosers wieder gemeinsam eine Hietzinger Villa – und offenbar waren sie sparsame Leute: Um das Polster dort zu schonen, sollen die Mosers vorzugsweise Dienstboten-Räume bewohnt haben. Und bei seinem ersten Flug – so wird ihm nachgesagt – freute sich Hans Moser nicht so sehr über die gute Aussicht, sondern über die kostenlose Mahlzeit an Bord.

Und: Egal in welche Rolle Hans Moser schlüpfte, er war immer Hans Moser. Vor 50 Jahren starb er mit über 80 Jahren an Lungenkrebs.

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