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7. Mai 2014

Die Grande Dame der österreichischen Malerei ist tot

Ein Nachruf zu Maria Lassnigs Tod von Karla Engelhard:

Immer wieder malte sie Körper, vorzugsweise nackte. „Die Bilder sollen lieber penetrant als elegant sein“, beschrieb die Kärntnerin Maria Lassnig ihren Antrieb. Auch sich selbst malte sie immer wieder. Noch mit über 80 Jahren posierte sie hüllenlos auf einem Motorroller. Auch dem Animationsfilm wandte sie sich zu.

Geboren wurde Maria Lassnig als uneheliches Kind 1919 in Kappel in Kärnten und wuchs zunächst bei ihrer Großmutter auf. Während der NS-Zeit wurde ihre Kunst als „entartet“ gebranntmarkt. Nach dem Krieg interessierte sich Lassnig zunehmend für das „Körperbewusstsein“.

Ab den 60er Jahren zog es die Österreicherin Lassnig in die Welt: Nach Paris, in die USA, wo sie auch auf Ablehnung stieß. Der Durchbruch – auch in der Kunstwelt – gelang ihr erst im Alter von 60 Jahren, als sie eine Kunstprofessur in Wien annahm.

Zuletzt erzielten Lassnigs Bilder hohe Preise auf dem Kunstmarkt. 2013 wurde sie auf der Biennale in Venedig für ihr Lebenswerk mit dem „Goldenen Löwen“ geehrt.  Selbstbewusst erklärte sie einmal, dass ihre Kunst nicht in dem Maße gewürdigt werde, wie sie es verdiene. Ihren Tod stellte sie sich „sanft“ vor. Im Alter von 94 Jahren starb sie jetzt in Wien.

Eine Kantate von und mit Maria Lassnig gibt es auf Youtube.

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