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6. Mai 2014

„Die EU war nur eine Falle für Leichtgläubige“ – der kroatische Schriftsteller Edo Popovic im Interview

Seit 2013 ist Kroatien Mitglied der EU. In einem jahrelangen Beitrittsverfahren musste das Adria-Land zuvor seine EU-Reife beweisen. Auf diesem, vielen Kroaten endlos scheinenden Weg wandelte sich ihr geliebter europäischer Traum in apathische Skepsis und nach dem Beitritt in offene Enttäuschung. Der Pop-Schriftsteller Edo Popovic ist zwar kein EU-Gegner, aber als scharfer Kritiker eines ungezügelten Kapitalismus hat er diese Entwicklung vorausgesehen und immer wieder davor gewarnt.

Susanne Glass sprach mit dem widerspenstigen Autor im Herzen von Zagreb, auf dem Jelacic-Platz, über die Krise des Landes, die Frustration der Menschen, die Zukunft der jungen Kroaten und natürlich über seine Bücher.

Das Interview mit Edo Popovic ist Teil der 75-minütigen Dokumentation „EuropaTour Kroatien“ von Susanne Glass. Erst-Sendung am 7.5. um 9.45 Uhr auf PHOENIX (Wiederholung am 8.5. um 3.30 Uhr)

http://youtu.be/2ZwjX_Tjo4w?hd=1

Über Edo Popovic

Edo Popovic (geb. 1957) war Mitbegründer von Quorum, einer der wichtigsten Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. Sein erster Roman Ponocni boogie (Mitternachts Boogie), 1987 erschienen, beschrieb die Zagreber Jugend der 1980er. Es wurde zum kroatischen Kultbuch seiner Generation, ähnlich wie Douglas Copelands Generation X in den USA. Während des Bürgerkrieges wurde Popovic zum bekanntesten Kriegsberichterstatter Kroatiens. Seine schonungslos an Fakten orientierten und unideologischen Reportagen waren genauso angesehen wie gefürchtet. Viele seiner Romane sind auch auf Deutsch erschienen. Popovics Protagonisten bewegen sich fast ausschließlich im Zagreber Raum und er spart in seinen Werken nicht an eindeutiger wie auch unterschwelliger Gesellschaftskritik.

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