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9. April 2014

„Ja, hoppala!“ Ein rassistischer Spruch zu viel…

„Kandidatenschwund bei Österreichs Rechtspopulisten“ ein Beitrag von Ingo Lierheimer

Andreas Mölzer Fotoquelle: standard.at/fischer


Knapp sechs Wochen vor der EU-Wahl kommen den rechtspopulistischen Parteien in Österreich prominente Kandidaten abhanden. Der Spitzenkandidat der FPÖ musste seinen Platz räumen, nachdem er die Europäische Union mit dem Dritten Reich verglichen und dabei den Ausdruck „Negerkonglomerat“ verwendet hatte. Allerdings nicht gleich, sondern erst, als der öffentliche Druck zu groß wurde. Zunächst bedauerte Andreas Mölzer in einem Interview mit dem ORF seinen Spruch und sagte: Ich habe das wieder gehört, das erste Mal im Abendjournal im Radio und habe gesagt: Ja, hoppala, das ist wirklich eine unpassende Formulierung, die ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückziehe.“

Parteichef Heinz-Christian Strache war das zunächst genug. Erst als die Proteste immer größer wurden, drängte er den Spitzenkandidaten für die Europawahl zum Rückzug. Ein riskantes Manöver, denn die von Mölzer repräsentierten Deutschnationalen sind nach wie vor das „Rückgrat“ der rechtspopulistischen FPÖ, wie der Politikwissenschaftler Fritz Plasser feststellt. Vielleicht noch mehr könnte der FPÖ die rassistische Beleidigung des Fußballers David Alaba schaden. In Mölzers nationalkonservativer Wochenschrift „Die Zeit“ wurde Alaba als „pechrabenschwarz“ bezeichnet mit dem Hinweis, dass die „echten Wiener“ nur noch in den Altersheimen zu finden seien. Alaba ist gebürtiger Wiener. Zudem ist der 22-jährige Österreichs Fußballer des Jahres und gerade bei den von der FPÖ umworbenen Jungwählern ein großes Idol. Neben der FPÖ ist auch dem rechtspopulistischen Bündnis Zukunft Österreich die Spitzenkandidatin für die EU-Wahl abhanden gekommen. Ulrike Haider-Quercia, die Tochter des Parteigründers Jörg Haider, zieht sich zurück, weil sie nach eigenen Worten ihre unabhängige politische Linie trotz gegenteiliger Aussagen nicht verfolgen könne.

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