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24. März 2014

„Barmherziger Engel“ – 15 Jahre nach dem Beginn der NATO-Bombadierung

„Der unbarmherzige Engel“: Eine Reportage von Karla Engelhard

Vor 15 Jahren begann die NATO ohne UN-Mandat das souveräne Jugoslawien aus der Luft zu bombardieren. Begründung: Verhinderung einer humanitäre Katastrophe in der serbischen Provinz Kosovo. Seit 1998 tobte der Kosovo Krieg. Die NATO-Aktion bekam den zynischen Namen „Barmherziger Engel“.Rakto Bulatowitsch war in Belgrad verantwortlich für Zivilschutz. Der damals 40 Jährige verlor beide Beine, als die NATO tückischerweise zweimal kurz hintereinander einen Angriff flog, der offiziell nur militärischen Zielen gelten sollte. Der Augenzeuge Bulatowitsch hat ein Buch geschrieben – „Der unbarmherzige Engel“.

„Vergib, aber vergiss nicht“ – 15 Jahre nach den NATO-Luftangriffen auf Jugoslawien: Ein Beitrag von Karla Engelhard

Der 1999 zerbombte Generalstab in Belgrad im Jahre 2013 Fotoquelle: balkaninsight.com

Altkanzler Schröder gab jüngst einen Völkerrechtsbruch zu, den er und die rot-grüne Regierung begangen hätten, als sie dem NATO-Einsatz 1999 zustimmten,  ohne UN-Mandat. Offiziell soltte damit eine humänitäre Katastrophe im Kosovo verhindert und die Milosevic-Armee  bei „ethnischen Säuberungen“ gestoppt werden.

2014 verdeckt die Riesenreklame des staatlichen Rüstungskonzern Jupoimport die Ruine des zerbombten Generalstabs Foto: Dejan Stefanovic
2014 verdeckt die Riesenreklame des staatlichen Rüstungskonzern Jupoimport die Ruine des zerbombten Generalstabs Foto: Dejan Stefanovic

Rund 80 Tage wurde aus der Luft gebombt, zielgenau und effektiv, wie die NATO sich selbst lobte. Militärische Objekte, Fabriken, Brücken, Schienen, TV-Stationen, aber auch Krankenhäuser, vollgesetzte Züge und Rettungskräfte wurden getroffen –  sogenannte „Kollateralschäden“.  Ein Krieg, in dem es nur Verlierer gab.

Hintergrundinformationen zum Kosovo Krieg:

Die Luftschläge dauerten 78 Tage und endeten mit dem Rückzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo und der Gründung der KFOR, einer internationalen, von der NATO geführten Friedenstruppe.

Mehr als 800 000 kosovarische Flüchtlinge konnten nach Kriegsende wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Die KFOR ist immer noch im Kosovo stationiert, zusammengesetzt aus 31 Nationen, darunter sowohl NATO, als auch nicht NATO-Mitglieder. Deutschland stellt mit 680 von 4800 Soldaten den größten Teil.

Statistiken des Kosovo-Kriegs von Januar 1998 – Juni 1999

Getötet:
11 840 Menschen
davon 1392 Kinder,
1739 Frauen,
1882 Menschen über 65 Jahren

20 400 vergewaltigte Frauen

1700 Menschen sind immer noch vermisst

Zerstörung:
100 589 Albanische Häuser
358 Schulen
71 lokale Behörden
30 lokale Kultureinrichtungen
93 Büchereien
123 lokale Gesundheitseinrichtungen
215 Moscheen
5 Katholische Kirchen

Flüchtlinge:
443 300 nach Albanien
247 800 nach Mazedonien
69 300 nach Montenegro
21 700 nach Bosnien und Herzegowina
76 475 zu anderen Nationen, davon 13 639 nach Deutschland, 7 581 in die Türkei, 5 829 nach Italien
Insgesamt: 858 575 Flüchtlinge

Quelle der Statistiken: http://www.koha.net

Kommentare (3)

asdf am

Solch eine Lüge!!! Nato war der Tod für serbien nicht für die Albaner. Wieveil Serbische häuser wurden verwüstet und angezündet. (…) Die ganze Kosovo Geschichte ist eine Lüge für die Albaner und den Westen!
(Der Kommentar wurde auf Grund der Kommentarrichtlinien redaktionell gekürzt.)

Ein Freund von mir war Lokführer und hat mir erzählt, dass er wochenlang alte verrostete Munition der Amis vom Hunsrück nach Ramstein fahren musste. Er ist plötzlich an Krebs gestorben. Alles wurde im Kosovo entsorgt.

Michael Kahnert am

Mal ehrlich, wieviel mehr Opfer hätte es ohne ein Eingreifen gegeben? Die UNO, mit ihren Veto-Mächten gehört in dieser Form aufgelöst. Der Sicherheitsrat ist eine Farce! Die Vollversammlung soll entscheiden, ohne das Veto einer angeblichen Grossmacht!

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