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27. Februar 2014

Türken raus und Winter weg! Karneval in Ungarn

„Karneval in Ungarn – Der busojaras in mohacs“ von stephan ozsváth

 

Poklade (Verwandlung) – so heißt die Losung beim alljährlichen „Busojaras“ im südungarischen Mohacs. Der Legende nach sollen einst finster gekleidete Gestalten mit grimmigen Holzmasken und in Schaffellen die Türken vertrieben haben. Die erschraken vor den „Buschos“, die mit Rasseln und Glocken gehörigen Lärm machten. Und so machen es die Buschos zur Faschingszeit auch heute noch – sechs Tage dauert das Spektakel, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Es sollen die Schokatzen gewesen sein, die auf die Idee kamen, die Türken zu erschrecken: katholische Slawen, die einst aus Bosnien und Kroatien nach Ungarn eingewandert waren. De facto waren es die Habsburger 1687, die die Mohammedaner in Mohacs mit Waffen besiegten. 

In Mohacs wird die Vertreibung der Türken jedes Jahr beim „Busojaras“ gefeiert, zu deutsch: dem Gang der Buschos. Und wie auch sonst im Karneval üblich, wird das Ende des Winters und aller Sorgen beschworen. Auf einem großen Scheiterhaufen verbrennen die Buschos symbolisch einen Sarg: Die Verwandlung durch Feuer, Feiern und furchteinflößende Masken.  

In Mohacs fliegen keine Kamellen, und es ruft auch keiner „Alaaf“ oder „Helau“ – hier heißt der Schlachtruf „Poklade“, dazu gibt es Schokatzen-Bohnen, die als Eintopf in einem Tonkrug gegart werden.